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Sport
03/26/2020

Nach Olympia-Verschiebung: Geldgeber beruhigen die Sportler

Österreichs Sportler müssen ein weiteres Jahr an Vorbereitung planen. Sporthilfe und Bundessport GmbH stehen bereit.

Österreichs Sportler müssen sich ein weiteres Jahr auf die Olympischen Sommerspiele von Tokio vorbereiten. Das fordert auch finanzielle Ressourcen. Geldgeber wie Sporthilfe und Bundessport GmbH bestätigten die zugesicherte Unterstützung, Förderzyklen könnten angepasst werden.

Auch Thomas Zajac begrüßte die Olympia-Verschiebung auf 2021. Die Entscheidung bereitete Österreichs bisher letztem Sommer-Olympia-Medaillengewinner und anderen Sportlern aber auch Sorgen. „Unsere Pläne und Budgets liegen bis August 2020 am Tisch, wir können aktuell nicht beurteilen, wie das kommende Jahr aussieht, weder wirtschaftlich noch sportlich“, sagte Zajac, der 2016 vor Rio Segel-Bronze geholt hat.

Während diverse Wettkampf-Kalender wohl noch länger nicht stehen werden, und abgesehen von Fragezeichen bei persönlichen Sponsorverträgen, gaben mit Sporthilfe und Bundes-Sport GmbH (BSG) zwei der wichtigsten Fördergeber im heimischen Sport nun ein Unterstützungsbekenntnis und den Willen zur Flexibilität in einer Ausnahmesituation ab.


Clemens Trimmel, Geschäftsführer der BSG, betonte im APA-Gespräch: „Es muss niemand Angst haben, dass laufende Förderverträge gestrichen werden, da diese bis zu einem gewissen Grad unabhängig davon sind, ob im Sommer 2020 Spiele stattfinden oder nicht. Die Athleten werden sich weiter optimal auf Olympia vorbereiten können.“

Die Geldflüsse bis Jahresende seien gesichert. Die weitere Zukunftsplanung harrt aber einer Neubewertung - auch durch das Sportministerium, das einzelne Budgetposten aufgrund der Corona-Pandemie neu durchrechnet.

Neue Szenarien

Covid-19 durchkreuzte auch die Pläne der BSG: Eigentlich wäre derzeit die Ausarbeitung der Kriterien-Liste für die kommende (Sommer)-Förderperiode 2021-2024 dran gewesen. Stattdessen malt man sich nun neue Szenarien aus, ein naheliegendes wäre die Verlängerung der aktuellen Förderperiode für den Sommersport.

„Die Periode gibt im Prinzip der Herr Sportminister Werner Kogler vor, grundsätzlich würde eine Anpassung natürlich Sinn machen“, sagte Trimmel und verwies gleichzeitig auf den Wintersport-Zyklus. Dieser soll wie geplant bis Ende 2022 und den Winterspielen in Peking weiterlaufen.

Der ehemalige Tennisspieler Trimmel wollte einzelne Szenarien nicht medial durchspielen. Bis zur „möglichst schnellen Entscheidung“ versucht er den Sportverbänden in der Krise Sicherheit zu vermitteln und ihnen „fördertechnisch den Rücken frei zu halten“. Die zentrale Botschaft lautet: „Es wird nichts komplett auf den Kopf gestellt. Dafür werden wir Sorge tragen.“


Die BSG schüttet derzeit an 59 Fachverbände jährlich 33,5 Millionen Euro pro Jahr an allgemeiner Spitzensportförderung (ohne ÖFB) aus. Hinzu kommen laut Bundessport-Förderungsgesetz jährlich mindestens sieben Millionen Euro, die „athletenspezifisch“ verteilt werden. Dieser Kader wird allherbstlich nominiert, das Prozedere dürfte laut Trimmel beibehalten werden.

Die Unterstützung der Sporthilfe ist nicht zweckgewidmet und geht direkt an die Athleten. „Wir haben allen Sportlern kommuniziert, dass die Förderungen - so wie sie gerade eingestuft sind - aufrecht bleiben“, sagte Sporthilfe-Geschäftsführer Gernot Uhlir zur APA. Eine Neubewertung steht für Wintersportler im April, für Sommersportler im Oktober ins Haus.

„Für den Sommer wird es schwieriger. Einige Kriterien werden nicht erbracht werden können“, sagte Uhlir. Er betonte: „Wir werden dementsprechend flexibel sein müssen und haben das auch vor. Die Sporthilfe ist gegründet worden, um die Sportler zu fördern. In guten Zeiten ist das leicht, doch gerade in dieser schwierigen Zeit ist Solidarität mehr denn je gefragt.“