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Sport
01/13/2020

Nach der ATP-Cup-Premiere: Ein Schritt in ein neues Zeitalter

Der neue Mannschaftssport brachte Schwung in die Tennis-Landschaft Und er macht dem traditionellen Daviscup Konkurrenz.

von Harald Ottawa

Das Tennisjahr fängt fein an. Der eben mit dem Triumph der Serben beendete ATP-Cup in Australien (siehe unten, Anm.) brachte viele Lichtblicke, wirft aber auch Schatten auf einen Traditionsbewerb: den Daviscup.

Nun haben die Nationenverbände Angst, dass dieser abgewertet wird. Zumindest bei jenen Nationen, die wie Österreich noch nicht direkt für das Finalturnier im November qualifiziert sind. In vielen Dingen ist die Angst begründet, nicht in allen. Der KURIER analysiert die wichtigsten Punkte:

  • Der Zeitpunkt

Die Fans sind Anfang Jänner nach einer längeren Pause wieder heiß auf Tennis. Das Daviscup-Finale geht zu einem Zeitpunkt über die Bühne, zu dem die Saison schon längst beendet war und die Spieler müde sind. Rafael Nadal sagt: „Daviscup Ende November und ATP-Cup Anfang Jänner – das ist zu viel.“ Die ITF (der Tennisweltverband) bemüht sich noch um einen September-Termin, sinnvoller wäre aber ein gemeinsames Event von ATP (Spielergemeinschaft) und ITF.

  • Die Attraktivität

Die Coaching-Zone mit Trainern und Spielern bot tolle Einblicke. Thiem konnte in den Pausen mit Trainer Nicolás Massú und vor allem mit Coach Thomas Muster plaudern, bei Daviscup-Spielen sitzt „nur“ der Kapitän auf der Bank. Auch der Videobeweis bewährte sich. Heimspielstimmung gibt’s dafür nur im Daviscup. Österreich darf im März in Graz gegen Uruguay darauf bauen. Ob Dominic Thiem spielt, ist aufgrund des Turnierplans (vorher und nachher in Amerika) offen.

  • Die Rangliste

Während es beim Daviscup keine Punkte gibt, konnten die Spieler beim ATP-Cup schön anschreiben. Auch das Bonus-System hat sich bewährt: Je höher das Ranking eines besiegten Gegners war, desto mehr Punkte gab es. Novak Djokovic gewann alle sechs Partien und konnte sich 675 Punkte gutschreiben lassen. Zum Vergleich: 720 gibt es für ein Semifinale bei einem Grand-Slam-Turnier.

Der Serbe rückte deshalb Leader Rafael Nadal näher. Auch der Spanier Roberto Bautista Agut gewann alle Spiele. Da er aber in der Gruppenphase keinen Top-100-Spieler und danach auch keinen Top-10-Manns schlagen musste, gab es „nur“ 340 Punkte. Aber dennoch auch fast so viele wie bei einem Viertelfinale bei einem Major (360), wo er auf dem Weg dorthin andere Kaliber als Roncadelli und Metreveli (auch der Redaktion bislang unbekannt, Anm.) schlagen muss.

  • Das Geld

 

Viele Spieler bekommen für ein Daviscup-Antreten weniger als beim ATP-Cup. Qualifiziert man sich aber für das Finalturnier in Madrid, gibt’s dort für die Verbände je nach Erfolg einen Betrag im fast siebenstelligen Bereich. Daher wäre ein Sieg gegen Uruguay wertvoll. Denn Geld regiert die Welt – damit auch den Sport.

  • Der Wunsch

Während der neuformierte Daviscup mit dem Finalturnier den Spielern vom Tennisweltverband ITF und dem Konsortium um Ex-Kicker Gerard Piqué gewissermaßen auf’s Aug’ gedrückt wird, war der Cup der ATP ein Wunsch der Spieler. Auch als ideale Vorbereitung für die Australian Open (ab 20. Jänner). Beispiel: Hätte Dominic Thiem eingangs gegen Borna Coric bei einem ATP-Turnier verloren, wäre es das einzige offizielle Match vor den Australian Open (ab nächsten Montag) gewesen. So bekam der Ranglisten-Fünfte noch zwei weitere Gruppenspiele.

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