Duelle unter Dominatoren: Márquez gegen Rossi in der MotoGP, schmutzig wird es selten. 

© APA/AFP/MARCO BERTORELLO

Sport Motorsport
04/17/2021

Auf den Rennstrecken gibt es keine Streithansln mehr

MotoGP-Legende Valentino Rossi vermisst die legendären Rivalitäten.

von Alexander Strecha

Es gibt sie noch, die Piloten mit Typenschein. Sowohl in der Formel 1, als auch in der MotoGP. Fahrer, die nicht nur ob ihrer Künste auf der Rennstrecke, sondern mit ihrem Charisma bei den Fans punkten. Doch gibt es sie noch, die Rivalitäten, die elektrisieren, für Spannung sorgen, Anhänger in zwei Lager spalten? Wie einst Ayrton Senna gegen Alain Prost, die sich gleich bei zwei Saisonfinals gegenseitig von der Strecke schossen?

Für heuer erwartet man einen brisanten Zweikampf zwischen Weltmeister Lewis Hamilton und Herausforderer Max Verstappen. Teil zwei des Duells findet an diesem Wochenende auf der legendären Rennstrecke von Imola statt. In den ersten Trainings mussten sich beide hinter Hamiltons Mercedes-Kollegen Bottas anstellen. Dafür krachten Ocon und Perez im ersten Freitag-Umlauf heftig ineinander.

Immer wieder Rossi

Auch in der MotoGP haben Rivalitäten auf und abseits der Rennstrecke unzählige Schlagzeilen geschrieben. In den vergangenen 20 Jahren war Valentino Rossi meist einer der Beteiligten. Die Feindschaft zwischen Max Biaggi und Legende Rossi ist legendär. Danach folgte der Zweikampf zwischen Rossi und dem Spanier Sete Gibernau. Die Gegner wurden mit der Zeit jünger, Rossi blieb als Konstante.

Zunächst nahm es Casey Stoner mit der italienischen Rennlegende auf, dann Jorge Lorenzo – und schließlich Marc Márquez, der im portugiesischen Portimão sein Comeback gibt nach der schweren Oberarmverletzung. Am Freitag brauste er in den Trainings auf die Ränge drei und sechs, lag damit deutlich vor dem 42-jährigen Rossi. Zu groß ist mittlerweile der Leistungsunterschied, als dass die Rivalität Bestand hätte. In der noch frühen WM-Saison gibt es viele Sieg-Kandidaten, Charisma und Bedeutung teilen sich auf zu viele Schultern auf für einen echten Zweikampf.

In der jüngeren Vergangenheit lieferten einander Márquez und Andrea Dovizioso auf der Strecke enge Duelle. Es blieb immer fair, abseits der Rennstrecke gingen die beiden respektvoll miteinander um. Keine bösen Worte, keine Beschimpfungen oder gar Fausthiebe. Generell pflegen die Fahrer von heute ein kollegiales Verhältnis.

Eine große, erbitterte Rivalität und Feindschaft auf und neben der Strecke gibt es zwischen zwei Fahrern nicht mehr. Valentino Rossi vermisst irgendwie diese besondere Brisanz, wenn zwei Ausnahmefahrer um den Titel rittern. „Ich habe das alles selbst miterlebt, weil ich schon so lange Rennen fahre“, sagt Rossi der Plattform Motorsport total. Er glaubt auch den Grund dafür zu kennen. „Es hat sich geändert, weil es jetzt viel mehr Kameras gibt.“

Neue sterile Welt

Damals wurde weit weniger fotografiert, kaum jemand zückte ein Smartphone für einen Schnappschuss. Rossi sieht vor allem die sozialen Netzwerke dafür verantwortlich, dass die Protagonisten Vorsicht walten lassen, was ihr Verhalten betrifft. „Man kann sich nicht mehr so wie damals verhalten.“ Die MotoGP-Stars von heute dürfen sich auch abseits der Strecke kein Fehlverhalten erlauben.

„Man muss politisch korrekt sein. So funktioniert die Welt heute“, trauert Rossi alten Zeiten nach.

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