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Sport Motorsport
05/13/2019

Nach GP von Spanien: "Mercedes in allen Belangen schneller"

Verstappen erreichte zwar mit Platz drei das "Maximalziel", Mercedes ist Red Bull und Ferrari dennoch einen Schritt voraus.

W├Ąhrend Mercedes an seiner imposanten Erfolgsstory weiterschrieb, wollte Red Bull ein neues Kapitel in der Formel-1-Saison aufgeschlagen haben: "Es scheint, als h├Ątten wir zu Ferrari aufgeschlossen", sagte Max Verstappen nach seinem dritten Platz beim Gro├čen Preis von Spanien. Das fr├╝here Weltmeisterteam w├Ąhnt sich auf Augenh├Âhe mit Ferrari und will seine eigene Achillesferse gefunden haben.

"Die Grundrichtung ist da. Jetzt m├╝ssen wir weiterk├Ąmpfen", forderte Motorsport-Berater Helmut Marko. Der Abstand zu Mercedes, wo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas einen historischen f├╝nften Doppelsieg im f├╝nften WM-Lauf einfuhren, war erneut betr├Ąchtlich. "Aber wir sind schon einmal froh, den ersten Schritt geschafft zu haben. Wir haben uns vor Ferrari platziert. Vom Max her ist alles optimal verlaufen, das war das Maximum."

Verstappen lenkte seinen "RB 15" zum zweiten Mal in dieser Saison aufs Podest. Und sah damit die zuvor h├Âher eingesch├Ątzten Ferraris vom Sebastian Vettel (4.) und Charles Leclerc (5.) im R├╝ckspiegel. "Ich bin gl├╝cklich ├╝ber Platz drei, das ist super f├╝r die Wertung", sagte der Niederl├Ąnder. Mit 66 Punkte R├╝ckstand auf Hamilton ist er immerhin erster Mercedes-Verfolger. Teamkollege Pierre Gasly wurde Sechster. Der Franzose besch├Ądigte nach dem ersten Boxenstopp seinen Frontfl├╝gel. "Dadurch hat er drei bis vier Zehntel pro Runde verloren. Sonst w├Ąre vielleicht eine Attacke auf Leclerc m├Âglich gewesen", sagte Marko.

Ungl├╝ckliche Strategien

Die ├ťberlegenheit der Mercedes war dennoch schwer zu verkraften. "Mercedes ist in allen Belangen schneller als wir", erkannte Verstappen. Marko pflichtete bei: "Wir machen einen Schritt vorw├Ąrts, aber Mercedes scheinbar zwei." Das vom Titelverteidiger geschn├╝rte Paket sei "unheimlich", so der 76-J├Ąhrige. Er erinnerte an RB-Erfolgsjahre und setzte zu einem kleinen Seitenhieb an: "Als wir bei weitem nicht so dominant waren, hat es pro Jahr zwei, drei ├änderungen im Reglement gegeben, die uns einbremsten. Aber daran scheint momentan niemand interessiert zu sein."

Dabei w├╝rden m├Âgliche F├╝rsprecher wohl Schlange stehen. Sebastian Vettel etwa, der mit neuem Ferrari-Motor eigentlich zur Wende im Titelrennen hatte ansetzen wollen. Es kam ganz anders, ein Schritt zur├╝ck. "Ich hatte eine Chance auf das Podium, aber der Bremsplatten in der ersten Runde hat mein Rennen beeintr├Ąchtigt", sagte Vettel nach Rang vier. Ferraris Teamstrategie und auch die Boxenstopps wirkten einmal mehr ungl├╝cklich. Vettel: "Ich hatte nicht viele Runden, wo ich die ganze Pace des Autos ausnutzen konnte."

F├╝r den ersehnten ersten Titel mit dem Traditionsrennstall m├╝sste der Deutsche bereits 48 Punkte auf Hamilton gutmachen. In der derzeitigen Verfassung beider Teams ein illusorischer Akt. Offenbar auch f├╝r Vettel. "Im Moment hat es keinen Sinn auf die WM zu schauen. Wir m├╝ssen von Rennen zu Rennen denken." Allzu viel Optimismus verstr├Âmte auch Mattia Binotto nicht. "Unsere Leistungsf├Ąhigkeit war entt├Ąuschend", sagte der Ferrari-Teamchef. Sichtlich ern├╝chtert stellte er vieles infrage: "Es geht hier um Balance, um Abtrieb, vielleicht um konzeptionelle Dinge."

Siegeshunger nicht gestillt

Hamilton w├╝nschte baldige Besserung. "Ich habe es lieber, wenn sie im Kampf mit uns sind und neben uns in der ersten Reihe stehen. Aus Fahrer- und auch aus Team-Sicht ist es viel besser, gegen ein anderes Team zu k├Ąmpfen", meinte der Brite nach seinem dritten Saisonsieg. Sein vierter Barcelona-Triumph brachte ihm die WM-F├╝hrung von Bottas zur├╝ck.

Wie Binotto hoffte auch RB-Konsulent Marko auf Fortschritte in die nun stattfindenden Barcelona-Tests, um in zwei Wochen beim Klassiker von Monaco Mercedes mehr Paroli bieten zu k├Ânnen. "Wir wissen, wo wir Zeit verlieren. Wir verlieren sie nicht generell, sondern in ganz spezifisch wenig Kurven, aber da signifikant", sagte der Grazer. "Alarmierend war, dass uns Mercedes in den langsamen Kurven so viel abgenommen hat. Und Monte Carlo besteht ja bekannterweise fast nur aus langsamen Kurven."

Mercedes" Siegeshunger ist nicht gestillt. "In den vergangenen Jahren waren wir auf den schnellen Strecken immer richtig gut, in Silverstone und in Spa und Monza, das hat sich ein bisschen verlagert zu den langsamen Ecken. Ich hoffe, wir k├Ânnen das in Monaco genauso beweisen", erkl├Ąrte Teamchef Toto Wolff. "Wir sind auf jeden Fall total motiviert, dort gut abzuschneiden."

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