24 Stunden von Le Mans: Motorsport-Fest mit österreichischem Sieg
Ferrari gewann erneut
Die Faszination von Le Mans wurde um 8 Uhr früh, gut 16 Stunden nach Rennstart, wieder gestartet. Nach einer mehr als vierstündigen Safety-Car-Phase wegen Regens konnte das Rennen wieder freigegeben werden. In der zweiten Nachthälfte war es deshalb relativ leise auf der Rennstrecke.
Bei Fahrern, die zum Langsamfahren gezwungen werden müssen, schleicht sich eine gewisse Trägheit und Müdigkeit ein. Auch bei den Fans und in den Fahrerlagern, wo die Beteiligten immer mehr in ihren Sitzen versinken und Schlafpositionen finden, so ungemütlich sie auch sein mögen.
24 Stunden voll dabei sein – das ist die große Herausforderung beim 24-Stunden-Klassiker.
Er ist einer der erfahrensten GT- und Langstreckenfahrer der Welt und gehört fast schon zum Inventar bei Porsche. Seit 2007 ist Richard Lietz einer der Werksfahrer bei der deutschen Edelmarke. Der 40-jährige Niederösterreicher gewann viel und oft – wie auch dieses Mal in Le Mans. Der Sieg in der LMGT3-Klasse ist sein fünfter Kategoriensieg beim 24-Stunden-Klassiker.
In der Hauptkategorie der Hypercars war wie im Vorjahr Ferrari nicht zu schlagen. Für das Alpine-Team mit Ferdinand Habsburg und Mick Schumacher endete das Le-Mans-Debüt mit einem doppelten Motorschaden frühzeitig und ernüchternd.
Andre Lotterer, einer der drei Fahrer beim Porsche-Penske-Team, meint, „man ist schon müde, bevor das Rennen überhaupt losgeht“. Sein Auto konnte die Poleposition holen. Ein wichtiges Zeichen, aber im Langstreckenrennen letztlich nicht spielentscheidend. „Wir haben einen genauen Plan, eine sehr genaue Strategie, wie wir das Rennen anlegen“, sagt Lotterer. „Die Reihenfolge der Fahrer, die Abfolge des Rennens, all das haben wir uns gut überlegt.“
Jedoch: „Nichts ist in seinem Ausgang unsicherer als ein 24-Stunden-Rennen“, so ein Rennverantwortlicher aus dem Team Hertz Jota. Niemand kann ein 24-Stunden-Rennen vorhersehen, die Drehungen und Wendungen, die es plötzlich gibt. Zumal es in diesem Jahr vor allem das Wetter war, das alle Beteiligten vor Probleme gestellt hat. „Es sind schreckliche Bedingungen“, sagt der ehemalige australische Formel-1-Rennfahrer Mark Webber.
Es regnete, auch schon am Anfang des Rennens, immer wieder. Mit so stark wechselnden Bedingungen, auf einzelnen Teilen der 13,6 Kilometer langen Strecke schüttet es, während auf anderen Abschnitten bereits die Sonne scheint. Der Wind weht stark und kalt, die Temperaturen liegen bei 15 Grad. Drei Wetterdienste werden bemüht, um vorherzusagen, wann der Regen kommt und wie lange er bleibt.
Bei den Rennfahrern und ihren Boxenstrategen sind es Grip und Sicht, die Wahl der richtigen Reifen für das Auto, die Wechselstrategien, die noch viel mehr zu entscheidenden Faktoren werden. Bei Regen kannst du nur verlieren – heißt es. Ein Ausritt, ein Dreher, ein Zusammenstoß auf der extrem rutschigen Fahrbahn und das Rennen ist binnen Sekunden vorbei. Von den 62 Fahrzeugen kamen heuer 47 ins Ziel.
Bei Regen ist Le Mans die Hölle
Bei Regen tut sich Le Mans insgesamt schwer. Die mehr als 300.000 Fans, die hierherkommen, die campieren und ihre Feste feiern wollen, müssen das in diesem Jahr bei ziemlich unwirtlichen Bedingungen machen. Le Mans ist ein Fest für Motorsportfans. Weil Hotels rar und überteuert sind, weichen viele aufs Camping aus. Zigtausende lassen sich in Zelten und Wohnwägen auf den Flächen rund um die Rennstrecke nieder. Direkt am Areal sind riesige Campingbereiche eingerichtet.
Aber auch weiter weg im Grünen und in den Wäldern an den wichtigen Stellen der Rennstrecke finden sich kleine Zeltdörfer. Etwa an der Mulsanne-Kurve, wo auf dem Golfplatz übernachtet und vom Dach des Club-Hauses beobachtet wird. Die Menschen sitzen auf ihren Liegestühlen zusammen, es gibt Konzertbühnen, Dutzende Essensbuden, T-Shirt-Stände und viel, viel Musik.
Vergangenes Jahr hat Le Mans seinen 100. Geburtstag gefeiert, zum 92. Mal fand das Rennen heuer statt. Das einst wichtigste Autorennen der Welt zeigt die gesamte Faszination des Motorsports. Was Mensch und Maschine imstande sind zu schaffen.
Ein Fest für Autofans
Und auch, dass der Motorsport nicht tot ist, trotz Klimawandels, CO2-Debatten und angeschlagenem Image des Verbrenner-Motors. Porsche, Ferrari, Toyota, Cadillac, Peugeot – weltberühmte Autobauer lieferten sich hier eine Leistungsschau. Viele Innovationen für die Automobilindustrie kommen aus dem Rennsport. Hier sind die wichtigsten Automobilvertreter, Motorsportlegenden und gut 300.000 Fans vor Ort und fiebern mit.
Überall Menschenmassen, die sich in hundert Meter lange Schlangen vor die Markenstände stellen, um sündhaft teure Fanartikel zu erstehen. Die Veranstalter haben die Ausstellungsflächen in den vergangenen Jahren verdoppelt, so groß ist der Andrang. Sich durch das Fan-Village seinen Weg zu bahnen wird zu einem eigenen Langstreckenrennen. Auffallend ist die entspannte Stimmung bei den Fans. Hier wird nicht gedrängelt und geschoben – und man ist sich einig: Le Mans ist Tradition und viel Geschichte.
Disclaimer: Die Reise wurde von Porsche organisiert.
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