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26.08.2018

Kein MotoGP-Rennen in Silverstone: Regen macht Absage nötig

Schon am Samstag hatte der Regen zu einem schweren Unfall geführt, am Sonntag war an ein Rennen nicht zu denken.

Alle drei Läufe der Motorrad-Weltmeisterschaft in Silverstone sind abgesagt worden. Heftige Regenfälle hatten eine Durchführung der Rennen von MotoGP, Moto2 und Moto3 unmöglich gemacht. Um sich der Wetterprognose anzupassen, waren die Rennen schon nach vorne verschoben worden - weil aber der Regen nicht nachließ, mussten die Verantwortlichen nach zahlreichen Verschiebungen schließlich um 16.00 Uhr Ortszeit die Reißleine ziehen.

Als Hauptproblem in Silverstone erwies sich der vor dieser Saison neu aufgetragene Asphalt: Auf dem neuen Belag sammelte sich das Wasser, die eingebauten Drainagen erwiesen sich als unzureichend. Nur zwei MotoGP-Piloten - Johann Zarco und Regenspezialist Jack Miller - hatten sich gegen eine Absage ausgesprochen.

Heftige Kritik kam von Ex-Weltmeister Max Biaggi. Der Italiener erinnerte sich daran, dass man in der Superbike-WM 2007 - ebenfalls in Silverstone - ein Rennen wegen Regens hatte absagen müssen. In den elf Jahren seither habe es keine Fortschritte gegeben, so der 47-Jährige.

Erstmals seit 1980, als auf dem Salzburgring Ende April schon vor dem Training 40 Zentimeter Schnee gefallen waren, musste ein kompletter Renntag in der Motorrad-WM abgesagt werden. In Silverstone war schon in den Qualifyings am Samstag klar gewesen, dass der für fünf Millionen Euro aufgebrachte neue Asphalt kein Wasser aufnimmt.

So bildeten sich zwischen den Bodenwellen Pfützen, die zu Aquaplaning führten. Ein Opfer der Verhältnisse war am Samstag der Spanier Tito Rabat, der im freien Training der MotoGP-Klasse einen offenen Oberschenkelbruch und weitere Brüche am Unterschenkel erlitt.

Arbeiten am Asphalt brachten keinen Erfolg, die Veranstalter mussten am Sonntag - 70.000 Fans waren an die Strecke gekommen - kapitulieren. Ein MotoGP-Rennen war zuletzt 2011 ausgefallen, als der Italiener Marco Simoncelli kurz nach dem Start tödlich verunglückte - das Rennen wurde danach nicht mehr aufgenommen. Eine Verlegung auf Montag - in England ein Feiertag - hatte die Rennleitung bereits früh ausgeschlossen.