© APA/AFP/POOL/KIM HONG-JI

Sport Motorsport
11/28/2019

Formel 1: Trauriges Ende für ein einstiges Supertalent

Der Pole Robert Kubica wurde als Weltmeister der Zukunft gehandelt. Warum daraus nichts wurde.

von Florian Plavec

Der Grand Prix in Abu Dhabi (Sonntag, 14.10 Uhr MEZ) wird sein letztes Rennen in der Formel 1 sein. Nach 97 Starts wird Robert Kubica (34) aussteigen. Williams hat das letzte verfügbare Cockpit 2020 an den Kanadier Nicholas Latifi vergeben. Der 24-jährige Sohn des Geschäftsmanns Michael Latifi dürfte dem klammen Rennstall eine üppige Mitgift einbringen.

Der Geist Kubicas ist stark, doch der Körper ist schwach. Es reicht nicht mehr, wie sich in dieser Saison gnadenlos gezeigt hat: 20 Rennen, 19-mal Letzter im Qualifying, ein WM-Pünktchen. Im Qualifying-Duell steht es 20:0 für seinen 21-jährigen Teamkollegen George Russell, im Rennduell 16:3 für den Engländer.

Dabei war Kubica im Jahr 2006 als Senkrechtstarter in die Formel 1 gekracht. Mitten in der Saison übernahm er das BMW-Cockpit von einem ehemaligen Weltmeister: Jacques Villeneuve. Auf Anhieb fuhr er im Regen von Budapest auf Rang sieben, wurde aber wegen eines zu leichten Autos disqualifiziert.

In der Folge prägten vier Erlebnisse seine Karriere:

Das erste Podest: Schon in seinem dritten Rennen winkte Kubica erstmals (als Dritter) in Monza vom Podest. Ihm gelang das als erstem Polen überhaupt und als zu diesem Zeitpunkt mit 21 Jahren zweitjüngstem Fahrer der Geschichte nach Fernando Alonso. Rasch stieg Kubica (neben Skispringer Adam Malysz) zum beliebtesten Sportler Polens auf, in der Szene wurde er als Weltmeister der Zukunft gehandelt.

Der erste schwere Crash: Am 10. Juni 2007 hätte nicht nur die Karriere von Robert Kubica zu Ende sein können, sondern auch sein Leben. „Ich war sicher, er ist tot“, sagte der dreifache Weltmeister Jackie Stewart beim Anblick des fürchterlichen Unfalls beim Grand Prix in Montreal. Die gemessene G-Belastung war 75-mal höher als sein Körpergewicht, nur die Überlebenszelle seines Autos blieb intakt, vorne ragten die Füße aus dem Cockpit. Doch Kubica blieb nahezu unverletzt und saß beim übernächsten Grand Prix wieder im Auto.

Der erste Sieg: Im Jahr darauf siegte Kubica just in Montreal erstmals. Niemand konnte ahnen, dass dies der einzige Sieg seiner Karriere bleiben sollte.

Der zweite schwere Crash: Als Gaststarter verunglückte Kubica im Februar 2011 bei einer Rallye-Veranstaltung in Italien. Die Ärzte konnten in einer Notoperation zwar seine rechte Hand retten, doch die Verletzungen waren massiv. Acht Jahre lang kämpfte er um ein Comeback, Claire Williams gab ihm zu Beginn der Saison 2019 bei ihrem Team die Chance. Kubica konnte sie nicht nutzen.

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