Sport | Motorsport
23.08.2018

Force-India-Team wird umbenannt und verliert WM-Punkte

Die beiden Fahrer Sergio Perez und Esteban Ocon dürfen aber ihre Zähler behalten.

Force India ist endgültig gerettet. Die aktuelle Saison wird das Team unter neuem Namen fortsetzen. Der Internationale Automobil-Verband (FIA) genehmigte am Donnerstagabend vor dem Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps (Sonntag, 15.10/live ORFeins, RTL) den Neueinstieg des Rennstalls unter der Bezeichnung „Racing Point Force India“ in die laufende WM.

Das insolvente Team wurde in der  Sommerpause  von einem Konsortium übernommen, das vom kanadischen Milliardär Lawrence Stroll geführte wird. Damit wurde der Besitzer gewechselt und den Regeln entsprechend verliert das Team alle bisher errungenen 59 Punkte der Konstrukteurswertung. Die Begründung: Die ursprüngliche Formel-1-Zulassung  ist erloschen.

Die Teamwertung entscheidet am Saisonende über die Verteilung der Preisgelder. In der Fahrerwertung behalten aber der Mexikaner Sergio Pérez (30 Punkte) und der Franzose Esteban Ocon (29) ihre Zähler. 2019 heißt das Team dann nur noch Racing Point.

Arbeitsplätze gesichert

Trotz aller Turbulenzen sagte der zum Teamchef beförderte Otmar Szafnauer: „Damit beginnt für uns eine neue und aufregende Ära.“ Rund 400 Arbeitsplätze seien nun wieder gesichert. Auch FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey begrüßten die Einigung. „Es ist enorm wichtig, dass wir ein komplettes Feld mit wettbewerbsfähigen Teams in der Formel 1 haben“, sagte Carey. Todt sprach von einer „guten und positiven Lösung“ und glaubt an die finanzielle Stabilität des Teams.

Force India war vor der Sommerpause in die Insolvenz gerutscht, weil Stammfahrer Sergio Pérez und Motorenlieferant Mercedes ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe einforderten. Wegen des sportlichen Potenzials des Teams gab es mehrere Bieter für eine Übernahme. Den Zuschlag erhielt dann die Gruppe unter Führung des kanadischen Milliardärs Lance Stroll.
 

Unterschiedliche Ziele

Allerdings gab es zunächst Widerstand bei einigen Konkurrenz-Teams gegen den Deal. Vor allem Williams, das ebenfalls von Stroll unterstützt wird und dessen Sohn Lance als Fahrer beschäftigt, fürchtet den Verlust des Geldgebers. Unter dem Druck von FIA und Formel-1-Führung wurde nun doch noch ein Kompromiss erzielt.

Neben dem Mexikaner Pérez wird beim 13. Saisonlauf am Sonntag  in Spa-Francorchamps der Franzose Esteban Ocon für Racing Point fahren. Noch. Denn es wird bereits spekuliert, dass schon in der kommenden Woche in Monza Lance Stroll zum neuen Projekt seines Vaters wechseln könnte.

Der Rennstall war vor elf Jahren vom indischen Unternehmer Vijay Mallya zusammen mit seinem damaligen niederländischen Partner Michael Mol übernommen worden, damals hieß er noch Spyker. Seit 2008 startete das Team unter dem Namen Force India. Der mittlerweile hoch verschuldete Mallya befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit mit mehreren Banken in seinem Heimatland Indien, wo auch mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen.