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03.08.2018

Deutschland: Grand-Prix-Hoffnung, Nordschleifen-Traum

Der Große Preis von Deutschland ist 2019 nicht im Formel-1-Kalender. Das soll sich ändern.

Womöglich darf Sebastian Vettel 2019 einen neuen Anlauf machen, das Formel-1-Rennen vor seiner Haustür doch noch zu gewinnen: Der Große Preis von Deutschland könnte kommende Saison doch noch in den Kalender rutschen. 2018 hatte Vettel 20 Kilometer von seiner Geburtstadt Heppenheim in Führung liegend einen Fahrfehler begangen und den Sieg weggeworfen.

Für 2019 war eigentlich kein Deutschland-GP geplant - zwischen Formel-1-Promoter Liberty Media und den Verantwortlichen auf dem Hockenheimring kam es zunächst zu keiner Einigung. Aufgrund der deutlich gestiegenen Zuschauerzahlen in diesem Jahr ist man aufseiten der Rennstreckenbetreiber aber offenbar bereit, erneut zu verhandeln.

Formula One F1 - German Grand Prix

Und auch bei Liberty Media ist die Verhandlungsbereitschaft wieder gestiegen, weil aus den geplanten Rennen in Miami (definitiv) und Hanoi (wahrscheinlich) nichts wird. Auch ein möglicher Grand Prix von Argentinien in Buenos Aires ist aus finanziellen Gründen vorerst vom Tisch. Dadurch ist im Kalender wieder Platz für Hockenheim.

Die Nordschleife ruft

In Deutschland wünscht man sich eine langfristige Lösung. Diese muss aber nicht zwangsläufig den Hockenheimring beinhalten. Formel-1-Sportchef Ross Brawn meinte schon 2017, dass man über eine Rückkehr der Königsklasse auf die legendäre Nürburgring-Nordschleife zumindest nachdenken müsse. Die 25,378 Kilometer lange Strecke war bis zum Feuerunfall von Niki Lauda 1976 Austragungsort des Deutschland-Grand-Prix.

Geschäftsführer Mirco Markfort kann sich eine Rückkehr in den F1-Kalender durchaus vorstellen. Es wäre "sicherlich ein interessantes Gedankenspiel" - eines, das Markfort motorsport-total.com zufolge auch schon den Verantwortlichen vorgeschlagen haben soll.

Seit der Rekordrunde von Porsche mit dem LMP1-Boliden im Juni ist zumindest klar, dass Formel-1-ähnliche Geschwindigkeiten auf dem spektakulären Kurs machbar sind. Allerdings ist auch unbestritten, dass die Strecke den aktuellen FIA-Vorschriften für eine Formel-1-Rennstrecke nicht entspricht. Es wären zum Einen wohl Ausnahmegenehmigungen nötig, zum anderen aber auch umfassende Umbauten.

Außerdem müssten die Teams ihre Boliden für die Nordschleife umbauen. Die zahlreichen Bodenwellen und Kuppen, an denen die Autos stellenweise sogar abheben, wären für Formel-1-Boliden unmöglich zu nehmen. Radaufhängungen und Federungen müssten neu konstruiert werden. Nur für Showfahrten waren in der Vergangenheit Formel-1-Renner auf dem Nürburgring - 2007 Nick Heidfeld am Steuer eines BMW-Sauber, 2013 Michael Schumacher im Mercedes.

Die Faszination der Nordschleife ist aber ungebrochen - auch unter den Piloten. "Das wäre der absolute Hammer", sagte Sebastian Vettel gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Das wäre episch, wenn sich das realisieren lassen würde. Wow. Gänsehaut." Und auch Lewis Hamilton schlug in dieselbe Kerbe: "Das wäre einzigartig. Es ist die längste Strecke der Welt, das gibt es so nicht mehr. Ihr Charakter ist wunderbar. Ich würde es lieben."