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Sport Motorsport
03/17/2019

Bottas dominiert den Formel-1-Auftakt, Ferrari enttäuscht

Nach einer Saison ohne Sieg meldet sich der Finne in Melbourne eindrucksvoll zurück. Vor allem Ferrari enttäuscht.

Nicht Weltmeister und Topfavorit Lewis Hamilton, sondern dessen Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas hat am Sonntag den Saisonstart der Formel 1 in Melbourne dominiert. Der Finne setzte sich im Grand Prix von Australien deutlich vor Hamilton durch. Max Verstappen bescherte Red Bull im Auftaktrennen als Dritter einen Podestplatz. Ferrari-Star Sebastian Vettel blieb nur Rang vier.

Bottas meldete sich nach einem schwierigen Jahr ohne Rennsieg eindrucksvoll zurück. Für den 29-Jährigen, der 2019 auch um seine Zukunft bei Mercedes fährt, war es der vierte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, der erste seit Abu Dhabi im November 2017. "Das war definitiv das beste Rennen, das ich je gefahren bin", sagte Bottas. "Die ganzen Jahre, die ich in der Formel 1 bin, habe ich mich im Winter noch nie so stark gefühlt wie heuer."

Den Grundstein legte Bottas beim Start, als er Pole-Position-Mann Hamilton überholte. Am Ende kam er 20,8 Sekunden vor seinem Stallgefährten ins Ziel - so groß war der Vorsprung eines Siegers in der Vorsaison in keinem Rennen gewesen. Zum Drüberstreuen schnappte sich Bottas im Finish in 1:25,580 Minuten auch noch die schnellste Rennrunde, die neuerdings mit einem zusätzlichen Punkt für die WM-Wertung belohnt wird.

Red-Bull-Honda funktioniert

Hamilton gratulierte Bottas zu einem "unglaublichen Rennen" und freute sich ob des Doppelsieges zum Auftakt über ein "super Wochenende für das Team". Den Anschluss an seinen Teamkollegen, nun ebenfalls Bartträger, verlor der Brite nach einem frühen Boxenstopp. Mercedes musste diesen vorziehen, um Hamiltons Position gegen Vettel zu verteidigen. Beide WM-Rivalen des Vorjahrs hatten dann im Finish mit älteren Reifen zu kämpfen.

Der Ferrari-Star kam schon nach 15 von 58 Runden zum Reifenwechsel. "Wieso die den Vettel so früh hereingeholt haben, wussten wir nicht", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff im ORF-Interview. Die Strategie bei Hamilton sei dadurch "nicht ideal" gewesen. Der Wiener freute sich aber für seinen Schützling Bottas: "Er hat so eine schwierige Zeit gehabt im letzten halben Jahr. Die Leute haben ihn abgeschrieben und dann kommt er zurück und dominiert nach Belieben."

Stark präsentierte sich auch Red Bull bei der Premiere mit Motorenpartner Honda. Verstappen bescherte dem österreichisch-englischen Rennstall erstmals seit 2013, dem Jahr des bisher letzten WM-Titels, im Auftaktrennen der Saison einen Podestplatz. Der Niederländer verdiente ihn sich mit einem beherzten Manöver Mitte des Rennens gegen Vettel. Wäre er im Finish nicht einmal von der Strecke abgekommen, hätte er vielleicht sogar Hamilton attackieren können.

Vettel-Strategie geht schief

Die Power des neuen Antriebsstranges stimmte auf jeden Fall zuversichtlich - auch wenn Neuzugang Pierre Gasly nach Startplatz 17 als Elfter die Punkteränge verpasste. "Danke an Honda, dass sie uns diesen Motor gemacht haben", sagte Verstappen, der zum Abschluss der vergangenen Saison schon mit dem Vorgänger-Aggregat von Renault fünfmal in Serie auf das Podest gefahren war. "Die Saison auf dem Podest zu beginnen nur mit den Mercedes vor uns, das ist ein positiver Start."

Ganz anders lief es für Vettel, der nach starken Wintertests im Ferrari bereits zum WM-Favoriten hochstilisiert worden war. Der Deutsche kam mit fast einer Minute Rückstand auf Bottas ins Ziel. Vor seinem neuen Teamkollegen Charles Leclerc blieb er im Finish nur, weil Ferrari den Monegassen offensichtlich einbremste und auf Platz fünf lotste. " Es war nicht unser Tag, wir waren nicht schnell genug. Da gibt es viele Gründe", sagte Vettel sichtlich enttäuscht über die schwache Performance. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Ferrari-Star das Auftaktrennen jeweils gewonnen.

Sebastian Vettel

Eine Enttäuschung brachte der Heimauftritt für Daniel Ricciardo. Der Australier fuhr sich im ersten Rennen nach seinem Wechsel von Red Bull zum Renault-Werksteam bereits am Start den Frontflügel ab und musste in weiterer Folge aufgeben. Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen landete bei seiner Rückkehr zu Sauber, das nun unter dem Namen Alfa Romeo firmiert, auf Rang acht. Der Pole Robert Kubica wurde bei seinem F1-Comeback acht Jahre nach seinem schweren Rallye-Unfall im unterlegenen Williams mit drei Runden Rückstand 17. und Letzter. Der zweite WM-Lauf steht in zwei Wochen in Bahrain auf dem Programm.

Großer Preis von Australien, Endergebnis:

  1. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 1:25:27,325 Stunden
  2. Lewis Hamilton (ENG) Mercedes +20,886 Sek.
  3. Max Verstappen (NED) Red Bull +22,520 Sek.
  4. Sebastian Vettel (GER) Ferrari +57,109 Sek.
  5. Charles Leclerc (MON) Ferrari +58,230 Sek.
  6. Kevin Magnussen (DEN) Haas +1:27,156 Min.
  7. Nico Hülkenberg (GER) Renault + 1 Runde
  8. Kimi Räikkönen (FIN) Alfa Romeo + 1 Runde
  9. Lance Stroll (CAN) Racing Point + 1 Runde
  10. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso + 1 Runde