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Sport
04/04/2019

Marathon-Läufer Pfeil: "Langsam laufen ist Erholung"

Am Sonntag, bei der 36. Auflage des Vienna City Marathons, geht Valentin Pfeil an sein Limit – mit Puls 180.

von Florian Plavec

Aufstehen um 5 Uhr, brennende Fußsohlen, schmerzende Muskeln und 180 Puls (siehe Grafik). Ein Vergnügen ist so ein Marathonlauf nicht. Und doch sind die 42,195 Kilometer durch Wien am Sonntag (9 Uhr MESZ/live ORFeins) für rund 7.000 Starter über die Langdistanz die Stunden der Wahrheit, auf die monatelang hingefiebert und hintrainiert wurde.

Für die österreichischen Spitzenläufer ist der Marathon in Wien einerseits sentimentaler Saisonhöhepunkt, andererseits auch Qualifikationschance für die Weltmeisterschaft in Katar Ende September.

Starkes Team

Mit dem „VCM Team Austria“ bringt der Vienna City Marathon das stärkste österreichische Marathonteam an den Start, das es je gegeben hat. Lemawork Ketema (Bestzeit 2:13:22), Peter Herzog (2:15:29) und Christian Steinhammer (2:17:54) holten bei der EM 2018 in Berlin etwas überraschend Bronze in der Teamwertung. Pfeil musste damals wegen einer Verletzung aufgeben, 2017 schaffte er bei der WM in London mit Rang 23 (achtbester Europäer) allerdings das beste Marathon-Ergebnis eines Österreichers bei einer WM.

„Ich lechze jetzt nach einem guten Jahr“, sagt der 30-Jährige, der das Studium der Veterinärmedizin abgeschlossen hat. Das gute Jahr soll in Wien beginnen. 2:16:00 muss er unterbieten, um bei der WM starten zu dürfen. Greifbar scheint auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Allerdings: Noch steht das Zeitlimit nicht fest. Fix ist hingegen, dass das Olympia-Starterfeld radikal verkleinert wird (wahrscheinlich von 160 auf 80 Läufer). „Es ist sehr schade, dass die Königsdisziplin so heruntergefahren wird“, sagt er. „Ich kann’s aber eh nicht beeinflussen.“

Seit Jänner läuft seine gezielte Vorbereitung auf den Wien-Marathon. Jeden Tag ist er seitdem gelaufen. Doch braucht nicht jeder Sportlerkörper Regeneration? „Langsam laufen ist für mich Erholung“, sagt Pfeil. Interessant wird es für ihn erst am Sonntag im Wettkampf. Die enorme Distanz sei gar nicht die ganz große Herausforderung. „Die Geschwindigkeit macht’s aus, die Kombination aus Tempo und Distanz ist spannend“, sagt Valentin Pfeil. Sein Wettkampfpuls von 180 ist zwar sehr hoch, doch so funktioniere eben sein Körper.

Dem Rennen fiebert der Oberösterreicher schon entgegen. „Ich habe in Wien studiert, wenn man über den Ring läuft, ist das ein tolles Erlebnis“, sagt er. „Allerdings nur beim ersten Mal. Das zweite Mal, kurz vor dem Ziel, tut eher weh.“

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