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Sport
05/07/2019

Thiem nach Aufgabe des Gegners in Madrid weiter

Der US-Amerikaner Reilly Opelka muss beim Stand von 0:1 im dritten Satz aufgeben.

Dominic Thiem hat beim Masters-1000-Turnier in Madrid sein erstes Match gewonnen und das Achtelfinale erreicht. Der Österreicher stieg Dienstagabend nach Aufgabe des 2,11 m großen US-Qualifikanten Reilly Opelka nach 1:37 Stunden mit 6:7(2),6:3,1:0 auf. Im Achtelfinale trifft der als Nummer 5 gesetzte Thiem am Donnerstag auf den Sieger aus John Milman (AUS) gegen Fabio Fognini (ITA).

Thiem betrat etwas mehr als eine Woche nach seinem Triumph in Barcelona die "Pista Arantxa Sanchez", den zweitgrößten und 3.500 Zuschauern Platz bietenden Court des Madrider Tennis-Stadions, parallel zum Sand-Comeback von Roger Federer und als Nummer 5 der Welt natürlich auch als klarer Favorit. Unter den Beobachtern waren neben Coach Nicolas Massu auch Freundin Kristina Mladenovic, Mutter Karin sowie Sport-Asse wie Ex-Kicker Ronaldo oder Formel-1-Ass Sergio Perez.

Starker Aufschlag

Der Österreicher, der in den vergangenen zwei Jahren in Madrid jeweils das Endspiel erreicht hatte und in Runde eins ein Freilos gehabt hatte, musste gegen den aufschlagstarken Riesen aus Florida aber zunächst mächtig dagegen halten. Denn der 21-jährige Opelka, der "längste" Spieler auf der Tour, hat sich nicht nur dank seines Aufschlags auf Platz 58 der Weltrangliste gespielt. Dennoch war das Service klar seine stärkste Waffe, serviert Opelka doch mit im Schnitt 175 km/h seinen zweiten Aufschlag so schnell wie Thiem im Schnitt seinen ersten.

Opelkas 215 km/h-Kracher kamen auf 667 Meter Seehöhe so gut, dass Thiem trotz dreier Breakchancen nach 50 Minuten ins Tiebreak musste. Dieses begann Opelka mit seinem achten Ass, während Thiem früh einen Doppelfehler einstreute. Das war entscheidend, dass Opelka letztlich nach 56 Minuten Satz eins in der Tasche hatte.

Neue Taktik

Nach einer kurzen Toilettenpause kam Thiem mit neuer Taktik zurück. Im zweiten Durchgang erwartet der Niederösterreicher die Kanonenaufschläge seines Gegners weiter vorne und war beim eigenen Service souverän. Prompt gelang ihm das Break auf 5:3, danach wehrte er postwendenden auch Breakbälle des Amerikaners souverän ab. Nach nur 32 Minuten servierte der Österreicher zum Satzausgleich aus. Opelka musste danach am Rücken behandelt werden und hielt nur noch kurz durch. Thiem gewann das erste Spiel des dritten Satzes zu null, danach war Händeschütteln angesagt.

"Lieber hätte ich normal gewonnen. Es tut mir leid für ihn", sagte Thiem nach dem vorzeitigen Ende, war aber auch sichtlich froh, weitergekommen zu sein. "Gegen einen wie ihn ist es auf Plätzen wie diesen extrem hart. Ich hätte echt ein, zwei Meter mehr Auslauf gebraucht, so hoch springt sein Aufschlag ab. Sein Aufschlag ist echt krank. Er hackt jeden Aufschlag auf Vollschrot durch", erklärte Thiem. "Dabei kann er aber auch von der Grundlinie spielen. Er wird künftig für jeden zu einer Challenge."

So gesehen sei er glücklich, gewonnen zu haben. "Man hat ja gesehen. Ein, zwei kleine Fehler und der Satz ist weg. Bei Tausendern ist es eben von der ersten Runde weg schwer. Also bin ich froh, diese Hürde genommen zu haben." Thiem glaubt, dass eher Fognini sein nächster Gegner wird. "Er kann an einem gutem Tag jeden schlagen." Dass er in Madrid zum Favoriten gemacht wird? "Lässt mich kalt."