Au weh: Als hätte Fabio Jakobsen das Unglück geahnt

© EPA/MANUEL BRUQUE

Sport
08/27/2021

Kuriose 13. Vuelta-Etappe: Jakobsen mit Defekt, Sénéchal siegt

1.300 Meter vor dem Ziel streikte das Rad des Topsprinters. Sein Anfahrer aus Frankreich bedankte sich mit dem Sieg.

Die Luft flimmerte in der Extremadura, die von der  Vuelta am Freitag auf der 13. Etappe durchquert wurde. Der längste Abschnitt der 76. Spanien-Rundfahrt führte bei 36 Grad im Schatten über 203,7 meist flache und baumlose Kilometer, und nach der Schinderei der letzten und vor jener der folgenden Tage gönnten sich die verbliebenen 165 Fahrer einen entsprechend entspannten Tag.

Der Oberösterreicher Tobias Bayer konnte nicht mehr dabei sein, sein schwerer Sturz am Donnerstag bescherte dem 21-jährigen Oberösterreicher aus dem Team Alpecin-Fenix eine Nacht im Spital zur Beobachtung. Die Diagnose: Peitschenschlagsyndrom, besser bekannt auch als Schleudertrauma.

Am Freitagmorgen gab der deutsche Straßen-Meister Maximilian Schachmann freiwillig auf, der Bora-hansgrohe-Teamkollege von Felix Großschartner und Patrick Gamper suchte vergeblich seine Form. „Ich habe die ersten Tage viel gelitten, aber habe noch die Hoffnung gehabt, dass meine Form besser wird. Das ist leider nicht eingetreten. Die Vuelta war ein großes Ziel in meiner diesjährigen Saison, und hier in einer schlechten Verfassung zu fahren, ist sehr enttäuschend.“

Eine Pause muss übrigens auch der Vorarlberger Matthias Brändle einlegen, der 31-jährige Hohenemser vom Team Israel erlitt am Dienstag bei einem Sturz bei der Tour Poitou-Charentes en Nouvelle Aquitaine drei Rippenbrüche, auch die Schulter ist lädiert.

Riesenpech für Fabio Jakobsen

Drei Ausreißer durften am Freitagnachmittag Stunde um Stunde 1:30 Minuten vor dem Feld fahren und schwitzen. 60 Kilometer vor dem Ziel leisteten sich einige Herren im Hauptfeld einen Jux und beschleunigten von 31 auf 65 Stundenkilometer, um das Feld zu sprengen und die Sprinterteams zu ärgern.

Fünf Kilometer später war die Raserei mangels Einigkeit beendet und das Feld wieder geschlossen. Doch die Ausreißer lagen nur noch 20 Sekunden voran, die Chance, zu ihnen aufzuschließen, mochte sich aber niemand antun. 28 Kilometer vor dem Ziel war das Trio dennoch mit seinen Kräften am Ende und wurde vom Hauptfeld geschluckt.

So kam es am  Ende programmgemäß zum Massensprint – doch  überraschend nicht  zum dritten Etappenerfolg des Niederländers Fabio Jakobsen, der nach seinem fürchterlichen Sturz bei der Polen-Rundfahrt vor rund einem Jahr stärker denn je in die Pedale tritt. Denn 1.300 Meter vor dem Zielstrich hatte Jakobsen einen Defekt,  und so mussten es seine Kollegen von Deceuninck-Quick Step richten. Und der Franzose Florian Sénéchal, sonst als Anfahrer im Einsatz, feierte den größten Erfolg seiner Karriere.

"Es war alles für Fabio gemacht, und dann hatte er auf einmal dieses technische Problem. So habe ich dann einfach alles rausgehauen." Der erste Sieg bei einer Grand Tour war für Florian Sénéchal "einfach verrückt. Ich habe die ganze Zeit noch gewartet, dass Alberto Dainese vorbeizieht, aber er ist einfach nicht gekommen."

In der Gesamtwertung führt weiter der Norweger Odd Christian Eiking (Intermarché – Wanty-Gobert), der slowenische Titelverteidiger Primoz Roglic ist weiter Dritter und Felix Großschartner Zehnter.

Die nächste Klettertour

Am Samstag folgt zur Abwechslung wieder eine Bergetappe, die 165,7 Kilometer von Don Benito auf den Pico Villuercas bringen eine Bergwertung der ersten Kategorie (Puerto Collado de Ballesteros/2,8 Kilometer mit durchschnittlich 14 und bis zu 20 Prozent Steigung) und das 14,5 Kilometer lange Finale (6,2 Prozent und bis zu 15). Und wohl den nächsten Versuch von Primoz Roglic, sich wieder dem Roten Trikot anzunähern.

Vuelta, 13. Etappe (Belmez–Villanueva de la Serena, 203,7 km): 1. Sénéchal (FRA) Deceuninck-Quick Step 4:58:23, 2. Trentin (ITA) Emirates gl. Zeit, 3. Dainese (ITA) DSM +2, 18. Großschartner (AUT) +11, 71. P. Gamper (AUT) beide Bora-hansgrohe +45. 
Gesamt: 1. Eiking (NOR)  Intermarché-Wanty Gobert 50:31:52, 2. G. Martin (FRA) Cofidis +58, 3. Roglic (SLO) Jumbo-Visma +1:56, 10. Großschartner +5:38, 117. P. Gamper +1:55:00.
Samstag: Don Benito–Pico Villuercas (165,7 km/Bergankunft).

Deutschland-Tour, 2. Etappe (Sangerhausen–Ilmenau, 180,6 km): 1. Kristoff (NOR) Emirates 4:24:12, 2. Bauhaus (GER) Bahrain-Victorious gl. Zeit, 3. Ackermann (GER) Bora-hansgrohe +2, 14. Haller (AUT) +2, 43. Pernsteiner (AUT) beide Bahrain-Victorious gl. Zeit, 52. Schönberger (AUT) B&B.
Gesamt: 1. Ackermann 8:30:59, 2. Bauhaus +2, 3. Kristoff +4, 4. Haller +11, 34. Pernsteiner +16, 51. Schönberger +1:12.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.