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Ski-WM
02/17/2013

Hirscher triumphiert, Matt holt Bronze

Zum Abschluss der WM trumpft Favorit Marcel Hirscher groß auf. Neureuther gewinnt Silber.

Die Ski-WM 2013 in Schladming ist mit einer Sternstunde für den österreichischen Ski-Sport zu Ende gegangen: Marcel Hirscher gewann das erhofft, sogar geforderte, Gold im Slalom vor dem Deutschen Felix Neureuther und dem Tiroler Mario Matt.

Österreich war mit einem vom 23-jährigen Hirscher angeführten Quartett angetretenen, das mit Matt, Manfred Pranger und Benjamin Raich drei eheamlige Slalom-Weltmeister inkludierte. Alle vier fuhren auf überraschend "schmierigem" Terrain schon in Lauf eins gewaltig. Hirscher erzielte trotz einer "Besichtigungsfahrt" (Trainer Michael Pircher) 0,28 Sekunden vor Neureuther und 0,56 vor Matt Bestzeit, aber auch Pranger (6.) und Raich (8.) lagen trotz kleinerer Fehler in Schlagdistanz mit Medaillen.

"Der erste Durchgang ist nur zum Einordnen. Im zweiten kann noch alles passieren", warnte Hirscher angesichts der relativ geringen Rückstände dennoch.

Blanke Nerven

Als es dann im Finale um alles ging, lagen bei einigen Medaillenkandidaten die Nerven blank. Raich, vierfacher Sieger auf Planai, fuhr beherzt. Aber ein Steher im Steilhang beendeten die Hoffnungen des Weltmeisters von 2005 auf ein versöhnliches WM-Ende - Platz 13. Gleich darauf und an fast gleicher Stelle beendete Pranger mit einem Einfädler nach Super-Zwischenbestzeit sein letztes WM-Rennen.

Danach fiel der Deutsche Fritz Dopfer auf Platz vier zurück. Der Halbzeit-Vierte Manfred Mölgg aus Italien fädelte im Kampf um seine zweite Schladming-Medaille ein und schied ebenfalls aus.

Nur die letzten drei ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Matt kam mit Bestzeit ins Ziel, damit hatte er eine Medaille sicher. Neureuther legte nach, seine starke Fahrt brachte ihn wie erhofft auf Platz eins und die Fans zum Schweigen.

37.000 Zuschauer

Die offiziell 37.000 alleine im gewaltigen Zielstadion waren aber gleich wieder aus dem Häuschen, als Hirscher um 14.22 Uhr die Bestzeit Neureuthers angriff. Mit einem wilden Ritt baute der Salzburger seinen Vorsprung sogar konstant aus, am Ende hatte er im Duell gegen seinen deutschen Rivalen und Freund klar die Nase vorne. Im Ziel Hirscher warf vor Freude die Ski weg und sich selbst auf den Bauch und in den Schnee.

"Ich kann es gar nicht fassen. Ich tu' mir schwer, das zu beschreiben", lautete Hirschers erste Reaktion, als er sich nach Gold im Teambewerb und Silber im Riesentorlauf seine erste Einzelgoldmedaille gesichert hatte.

Bei seinen drei Schladming-Teilnahmen hat Hirscher damit jeweils eine Medaille gewonnen und sich am Ende selbst zum 14. österreichischen Slalomweltmeister gemacht. In mittlerweile insgesamt 18 Saisonrennen hat der unglaubliche Salzburger nun 16 Mal das Podest erreicht und davon acht Mal gewonnen. Vergleiche mit den Größten seiner Zunft folgten auf den Fuß.

"An der Schmerzgrenze"

Wer am Boden blieb, war einmal mehr Hirscher selbst. "Es war nicht leicht. Ich habe natürlich mitbekommen, dass Mario und Felix mit Bestzeit abgeschwungen haben", erzählte der neue Weltmeister. "Das jetzt ist genial. Aber es war auch heftig. Die Stimmung war sensationell", sagte Hirscher, bevor er die Medaille und danach aus der Hand von Thomas Stangassinger noch im Zielstadion das Ehrengeschenk übernahm.

Neureuther gratulierte herzlich. "Ich lasse ja nicht gerne Emotionen zu. Aber das heute war an der Schmerzgrenze. Man hätte die Geschichte nicht besser schrieben können, so viel wie über uns zwei vorher geschrieben wurde", sagte der Bayer. "Klar will man nicht so gerne, dass ein Piefke in Österreich Weltmeister wird", scherzte er. "Die Revanche für Cordoba ist mir nicht ganz gelungen, aber beinahe. Ich verspreche, das nächste Mal wird's Marcel schwerer haben."

Pranger angezipft

Auch Matt (33) freute sich darüber, ältester Slalom-Medaillengewinner geworden zu sein. "Man muss angesichts der Dichte mit Bronze zufrieden sein. Alle haben riskiert, bei Vielen ist es nicht aufgegangen", sagte der Weltmeister von 2001 und 2007.

Zurecht betrübt war Pranger. "Ich bin wieder verdammt schnell und sicher drauf. Ich habe daher gespürt, dass etwas möglich ist und alles auf eine Karte gesetzt. Das jetzt zipft mich natürlich voll an, in solchen Momenten ist der Sport beinhart."

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