Sport | Heiße Liga
10.09.2018

Schwerer Neustart für Ex-Bundesligisten

Ein neues Team in Untersiebenbrunn soll dem einstigen Aushängeschild des Marchfeldes neuen Glanz verleihen.

Unter den ausgemusterten Lichtern des legendären Innsbrucker Tivoli-Stadions laufen seit dieser Saison am Fußballplatz in Untersiebenbrunn wieder Spieler auf. Im Frühjahr wurde ein neuer Verein unter seinem ursprünglichen Namen „ SC Untersiebenbrunn 1932“ wiedergegründet. Es ist ein klingender Name.

„Es war einst ein kleiner Dorfverein, der Fußballgeschichte geschrieben hat, es bis in die zweite Bundesliga geschafft hat und dort auch als SC Interwetten.com sehr erfolgreich war“, erzählt Bürgermeister Reinhold Steinmetz. Routiniers wie Peter Stöger, Franz Wohlfahrt oder Roman Mählich spielten damals bei dem Marchfelder Verein. 2002 kickte der SC Interwetten, damals Kooperationsverein der Wiener Austria, ebendiese im ÖFB-Cup aus dem Rennen. Daraufhin verlor man einen wichtigen Financier und Unterstützer: Frank Stronach.

2005 wurde der Verein nach wirtschaftlichen Kapriolen und internen Unstimmigkeiten aufgelöst. Noch im selben Jahr wird der FC Untersiebenbrunn gegründet. Anfang 2017 wurde der Meisterschaftsbetrieb nach mäßigen Erfolgen in der zweiten Klasse Marchfeld eingestellt. Nun wird hinter dem Bürgermeister wieder trainiert. „Wir sind wirklich froh, dass hier wieder gespielt wird. Natürlich ist das ein großes Thema in der Region, wenn ein Traditionsverein mit solchen Erfolgen der Vergangenheit dann den Spielbetrieb einstellt.“

Aber der Anfang ist schwer. Nach vier Spielen ist man Tabellenletzter. Beim ersten Heimspiel kassierte die Mannschaft 20 Tore gegen Markgrafneusiedl. Bei dem Match lief der 18-Mann-Kader nur zu neunt auf. „Das ist unser Problem, wir haben nicht genug Spieler, und wir müssen als Team erst zusammenfinden, dazu müssten aber alle zum Training erscheinen und das passiert derzeit nicht, denn für viele ist die Anreise schwierig“, erzählt Kapitän Emmanuel Eke.

Fusion

Vereinsgründer und Obmann des wiederauferstandenen Vereins ist Alexander Rakowitz. Er ist auch Obmann des Wiener Vereins SC Süssenbrunn. Süssenbrunn stieg in der letzten Saison aus der zweiten Landesliga ab. Eine Fusion mit dem SC Untersiebenbrunn ist im Sommer wahrscheinlich, sagt Trainer Paul Mikulanec: „Süssenbrunn hat eine alte Anlage, da gehört viel investiert. Angefangen von den sanitären Anlagen bis zum Platz selbst und darum ist der Hintergedanke der beiden Vereine, dass sie sich fusionieren.“ Gespielt werden soll unter dem Namen SC Untersiebenbrunn 1932.

Auf die Frage, ob man in Untersiebenbrunn erwartet, wieder einmal ganz oben im österreichischen Fußball mitzuspielen, antwortet der Bürgermeister lächelnd: „Das werde ich wohl nicht mehr erleben. Im Wesentlichen geht es darum, dass wir einfach wiederbeginnen. Das Angebot des Freizeitsport Fußball soll da sein. Wir gehen den Weg der kleinen Schritte und der ist mühsam, aber lohnend.“