Sport
14.01.2019

Handball-WM: Rehabilitierung gegen den Vizeweltmeister

Nach der Chile-Pleite wollen die Österreicher gegen Norwegen eine Reaktion zeigen.

Österreichs Handballer des Jahres 2018 stand sinnbildhaft für das gesamte Nationalteam nach zwei Spielen dieser WM-Endrunde in Dänemark und Deutschland. Schmerzhaft endete für Dominik Schmid das Turnier, noch ehe es so richtig begonnen hatte.

Während seine Teamkollegen das blamable 24:32 gegen Chile bei der Trainingseinheit am Sonntag so gut es ging aus den Knochen laufen wollten, befand sich der Hard-Spieler in Vorarlberg bereits im Behandlungsraum. Für den Rückraumwerfer springt Daniel Dicker ein. Die Nachnominierung des Graz-Spielers verdeutlicht ein Problem der rot-weiß-roten Auswahl: Ihr fehlt (noch immer) die Breite im Kader. Zwar hat Dicker durch einen starken Herbst in der heimischen Liga auf sich aufmerksam gemacht, dem 23-Jährigen fehlt jedoch die Wettkampfhärte auf allerhöchstem Niveau. Gegen Vizeweltmeister Norwegen gibt er heute, Montag, sein Nationalteam-Debüt (17.30 Uhr/live ORF Sport+).

Ungeachtet dessen steht die gesamte Auswahl nun auf dem Prüfstand nach dem Totalversagen gegen die Chilenen. „Damit haben wir auch nicht gerechnet“, gab Sportdirektor Patrick Fölser unumwunden zu. Die Fehleranalyse dauerte nicht allzu lange, augenscheinlich waren die Abstimmungsprobleme in der Defensive. „Wir brauchen einen Abwehrchef, der von hinten steuert. Wir haben schon die Typen dafür, aber die Rollen müssen erst noch ausgeprägter werden“, erklärt Fölser.

WM-Favorit Nr. eins

Die Nachlässigkeiten in der Abwehr wird eine Weltklassemannschaft wie die norwegische noch härter bestrafen als die Chilenen. Dessen ist sich auch Teamchef Patrekur Jóhannesson bewusst, für den Isländer sind die Skandinavier Favorit Nummer eins auf den WM-Titel.

Es ist das dritte Aufeinandertreffen der beiden Nationen innerhalb von nur zwölf Monaten. Sowohl bei der EM 2018 als auch im Rahmen des EHF Euro Cups im Herbst gab es für Österreich Niederlagen mit jeweils mehr als zehn Toren Differenz. Österreichs Aufstiegschancen sind zwar noch intakt, helfen würde es jedenfalls, wenn Tunesien heute im Nachmittagsspiel die Chilenen besiegt (15 Uhr). Rechenspiele wollten die Österreicher freilich keine anstellen. Es galt zuerst, sich zu rehabilitieren.