Sport | Fußball
21.07.2018

WM-Erkenntnisse? „Es braucht nicht nur Plan A und Plan B“

Der KURIER befragte Österreichs Teamchefs Franco Foda und Dominik Thalhammer zur WM in Russland.

Die WM in Russland ist Geschichte, das sportlich Gebotene beschäftigt aber vor allem die Fußballtrainer auch weiterhin. Nach den zwölf Bundesliga-Coaches hat der KURIER auch Österreichs Damen- und Herren-Teamchef nach ihren Erkenntnissen aus der Weltmeisterschaft befragt.

Für Dominik Thalhammer wurde „offensichtlich, dass der Ballbesitz-Fußball ausgedient hat. Tempo, Dynamik und Vertikalität haben sich in Russland durchgesetzt“, meint der Chefcoach von Österreichs Damen, der beim ÖFB auch die Ausbildung der Trainer leitet. Was ihn bei dieser WM beeindruckt hat? „Die Strafraum-Verteidigung vieler Teams. Der Trend geht klar zum tiefen Verteidigen, jetzt gilt es für die Trainer, Gegentrends zu entwickeln.“

Franco Foda hat ähnliche Erkenntnisse gewonnen. „Die meisten Teams haben erstmal versucht, defensiv gut und kompakt zu stehen und dann das Spiel nach vorne zu entwickeln. Mich hat überrascht, dass Mannschaften mit viel Ballbesitz und gutem Positionsspiel früh ausgeschieden sind. Die Teams legen mehr Wert auf das Umschaltspiel mit ihren schnellen Stürmern“, erklärt der Teamchef der Herren.

Schwerpunkte

Der Deutsche betont auch, wie wichtig Flexibilität geworden ist: „Heutzutage muss man als Trainer mehrere Schwerpunkte trainieren. Das Spiel gegen den Ball, das Umschalten in beide Richtungen und ein gutes Positionsspiel sind von großer Bedeutung. Es braucht nicht nur Plan A und Plan B, sondern mehrere Pläne. Und es bewahrheitet sich wieder einmal, dass die Defensive Titel gewinnt.“

Welche Protagonisten es den beiden in Russland angetan haben? Thalhammer: „Bei meiner Beobachtung lag der Hauptfokus auf den Trainern. Es war spannend, zu sehen, dass sich jene Teams durchgesetzt haben, die von der Linie aus analytisch, wertschätzend und empathisch gecoacht wurden.“

Franco Foda lobte Spieler wie „De Bruyne, Hazard, Lukaku, Mbappé, Pogba oder Griezmann. Auch Modric oder Rakitic möchte ich erwähnen. Coutinho hat mir bei Brasilien gut gefallen, Neymar weniger. Er ist ein toller Spieler, aber mit zu viel Theatralik. Das sollte er sich abgewöhnen.“