Die Ex-Bullen Mane und Keita gastieren mit Liverpool in Salzburg.

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Sport Fußball
08/30/2019

Wie stehen die Salzburger Chancen in der Champions League?

Österreichs Serienmeister trifft in Gruppe E auf Titelverteidiger FC Liverpool, SSC Napoli und KRC Genk.

von Stephan Blumenschein

Erstmals nach sechs Jahren Pause ist wieder ein österreichischer Klub in der Champions League dabei. Serienmeister Salzburg darf sich in diesem Herbst endlich mit den ganz Großen des europäischen Fußballs messen und wurde am Donnerstag in eine ebenso attraktive wie starke Gruppe gelost.

Die Salzburger treffen auf Titelverteidiger FC Liverpool, Italiens Vizemeister SSC Napoli und Belgiens Meister KRC Genk. Die Red-Bull-Arena wird bei allen drei Heimspielen ausverkauft sein. Schon vor der gestrigen Auslosung waren alle 29.520 Dreier-Abos verkauft.

„Es ist eine spannende und herausfordernde Gruppe. Mit Liverpool haben wir sicher das Traumlos erwischt“, meinte Geschäftsführer Stephan Reiter. Begeistert ist natürlich auch Trainer Jesse Marsch: „Es ist eine geile Gruppe. Liverpool ist ein Top-Gegner und eine große Herausforderung für uns“, sagte der US-Amerikaner.

Der KURIER bewertet die Chancen des Meisters bei seiner ersten Champions-League-Teilnahme seit dem Einstieg von Red Bull vor 14 Jahren ...

  • FC Liverpool

Die aktuell beste Mannschaft Europas gastiert erstmals in Salzburg. Am 1. Juni krönten sich die Reds in Madrid mit einem 2:0-Sieg gegen Tottenham Hotspur zum Champions-League-Sieger – zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte. Der größte Star des Starensembles sitzt auf der Bank: Jürgen Klopp. Der deutsche Trainer ist seit Oktober 2015 bei Liverpool und führte den Klub zurück an die europäische Spitze. Mit Torhüter Alisson Becker und Innenverteidiger Virgil van Dijk stehen ihm Weltklasse-Spieler in der Defensive zur Verfügung.

Der Brasilianer wurde gestern als bester Torhüter der vergangenen Champions-League-Saison ausgezeichnet, der Niederländer als bester Verteidiger und als erster Abwehrspieler überhaupt zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Prunkstück ist aber trotzdem der Angriff mit dem ehemaligen Salzburger Sadio Mané, dem Ägypter Mohamed Salah und dem Brasilianer Roberto Firmino. Liverpool hat schon lange nicht mehr in Österreich gespielt. 2004 wurde in der CL-Qualifikation der GAK ausgeschaltet. Nach einem 2:0 in Graz verlor Liverpool an der Anfield Road allerdings mit 0:1. Es war der erste Europacupsieg eines österreichischen Klubs in England.

KURIER-Prognose: Der FC Liverpool startet als großer Favorit nicht nur in die Gruppenphase, sondern in den gesamten Bewerb. Für Salzburg sind die zwei Duelle extrem interessant, weil Jürgen Klopp einen ähnlichen Stil wie Red Bull spielen lässt. Neben Mané steht mit Naby Keita ja auch noch ein zweiter Spieler mit Salzburger DNA im Kader der Engländer.

  • SSC Napoli

Ein schnelles Wiedersehen gibt es mit den Süditalienern. Erst im März war man im Achtelfinale der Europa League aufeinandergetroffen. Im Stadio San Paolo zeigten die Neapolitaner die Grenzen der Salzburger auf, gewannen 3:0. Im zweiten Duell lief es dann besser, Salzburg siegte 3:1. Allerdings wurde die Aufstiegsfrage durch das frühe Auswärtstor von Arkadiusz Milik schnell entschieden. Bei Napoli hat sich im Sommer weniger getan als bei den Salzburgern, die ja von Coach Marco Rose und der halben Stammelf verlassen wurden. Altmeister Carlo Ancelotti ist noch immer Trainer. Die Stars wie Kapitän Lorenzo Insigne oder der ehemalige Real-Spieler José Callejón konnten gehalten werden. Mit dem Mexikaner Hirving Lozano wurde dazu der Torjäger von PSV Eindhoven verpflichtet.

KURIER-Prognose: Napoli ist natürlich Kandidat Nummer eins für Platz zwei in der Gruppe. Aber das Heimspiel im März hat schon bewiesen, dass die Italiener Probleme mit der Red-Bull-Spielweise bekommen, wenn Salzburg einen guten Tag erwischt.

  • KRC Genk

Belgiens Meister ist in Österreich kein unbeschriebenes Blatt. 2013 und 2016 war Rapid Gegner in der Europa League. Es gab einen Sieg, zwei Remis und eine Niederlage. 2019 wurde die Fusion der beiden Traditionsvereine Winterslag und THOR Waterschei zum vierten Mal Meister. Danach gab es aber einen Umbruch. Trainer Philippe Clement wechselte zu Club Brügge, dazu wurden um mehr als 40 Millionen Euro Spieler verkauft. Das meiste Geld wurde mit Leandro Trossard eingenommen. Der Linksaußen wechselte um immerhin 20 Millionen Euro zum Premier-League-Klub Brighton. 2016 war Trossard übrigens ein heißes Thema bei Salzburg gewesen. Einer der Neuzugänge hat einen großen Namen: Ianis Hagi, Sohn des ehemaligen Real-Stars Gheorge Hagi.

KURIER-Prognose: Ziel der Salzburger ist Platz 3 und damit die Qualifikation für das Sechzehntelfinale der Europa League. Das sollte mit einem Gegner wie KRC Genk in der Gruppe eigentlich möglich sein.

Gruppe A: Paris Saint-Germain, Real Madrid, Club Brügge, Galatasaray Istanbul

Gruppe B: FC Bayern München (Alaba), Tottenham Hotspur, Olympiakos Piräus, Roter Stern Belgrad

Gruppe C: Manchester City, Schachtar Donezk, Dinamo Zagreb (Dilaver), Atalanta Bergamo

Gruppe D: Juventus Turin, Atletico Madrid, Bayer Leverkusen (Baumgartlinger, Dragovic, Özcan), Lok Moskau

Gruppe E: Liverpool, Napoli, SALZBURG, Genk

Gruppe F: FC Barcelona, Borussia Dortmund, Inter Mailand (Lazaro), Slavia Prag

Gruppe G: Zenit St. Petersburg, Benfica Lissabon, Olympique Lyon, RB Leipzig (Sabitzer, Laimer, Ilsanker, Wolf)

Gruppe H: Chelsea, Ajax Amsterdam, Valencia, Lille

Spieltermine: 17./18. September, 1./2. Oktober, 22./23, Oktober, 5./6. November, 26./27. November, 10./11. Dezember

Achtelfinale: 18./19. und 25./26. Februar bzw. 10./11. und 17./18. März 2020

Viertelfinale: 7./8. bzw. 14./15. April

Semifinale: 28./29. April bzw. 5./6. Mai

Finale am 30. Mai im Olympiastadion Istanbul