Im Bilde: Die Rapidler bekamen vom Trainer per Pausen-Video Tipps

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Sport | Fußball
04/15/2019

Wenn Bilder bei Rapid mehr als Worte helfen

Beim 2:1 gegen Mattersburg setzte Rapid-Trainer Didi Kühbauer auf das Videosystem in der Heim-Kabine – mit Erfolg.

Kabinenpredigt. Kopfwäsche. Oder zumindest: Die richtigen Worte gefunden. Seit Jahrzehnten werden auffällige Leistungssteigerungen in Hälfte zwei gerne mit der Ansprache des Trainers in der Kabine beschrieben.

In Hütteldorf kam nach dem 2:1 von Rapid gegen Mattersburg eine in Österreich noch nicht so geläufige Erklärung dazu. Mehrere Rapidler erzählten, wie hilfreich das Videostudium mit Trainer Didi Kühbauer nach einer zähen ersten Hälfte war. Mit Wiederanpfiff war Mattersburg hoffnungslos unterlegen und das Ergebnis knapper als das Gebotene.

Umbau beim Aufbau

„Wir haben den Ball nicht so gut in die Hälfte von Mattersburg bekommen. Deswegen hat der Trainer den Spielaufbau verändert. Er hat uns gezeigt, wie wir mit einer abkippenden Sechs Überzahl bekommen und dann auf die weiter aufrückenden Außenverteidiger spielen sollen“, erklärte Stefan Schwab, der sich in der zweiten Hälfte meist weiter hinten, halblinks positionierte und die zahlreichen Angriffe einleitete. Nachsatz des Kapitäns: „Ich bin aber nicht sicher, ob der Trainer will, dass wir das erzählen.“

Kühbauer hatte kein Problem damit. Er holte auch deswegen Stefan Oesen von Red Bull im Winter zurück, weil der Videoanalyst live präzise Bilder zu taktischen Mustern liefert. Die in der Heimkabine des Allianz Stadions eingebaute Videowand wird damit bespielt.

Handy-Verbindung

Was genau die Rapidler zu sehen bekommen, wird zwischen Trainerteam und Oesen per Handy besprochen. „Wir wählen etwas aus, das nicht funktioniert hat und ausgebessert werden kann. Das hat perfekt funktioniert“, meint Kühbauer nach dem dritten Sieg in Folge.

Der nächste Schritt wäre, solche gewinnbringenden Anpassungen auch während einer Halbzeit zu schaffen.

Für positive Szenen, wie sie Kühbauer gerne in die Videoanalysen vor der Partie einbaut, wäre in den 15 Minuten zwischen den Hälften hingegen keine Zeit. Denn der Chefcoach will ja auch noch etwas Allgemeines sagen. „Er hat gemeint, dass der gesamte Auftritt intensiver werden muss“, erzählt Thomas Murg, der sich der Top-Form der Vorsaison nähert.