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Fußball
05/19/2019

Warum der Absteiger Wacker Innsbruck heißen müsste

Nur dank der Punkteteilung dürfen die Tiroler im Fernduell mit Hartberg überhaupt noch auf den Klassenerhalt hoffen.

von Christoph Geiler

Sollte dem FC Wacker am letzten Spieltag wider Erwarten tatsächlich noch der Klassenerhalt gelingen, dann wissen die Innsbrucker, bei wem sie sich bedanken müssen. "Ohne die Punkteteilung wären wir schon weg", sagte Präsident Gerhard Stocker bereits vor Wochen. Allein die Ligareform und die Halbierung der Zähler nach dem Grunddurchgang halten die Chancen des Aufsteigers in der letzten Runde noch am Leben, wenn Innsbruck daheim gegen Mattersburg gewinnen und nebenbei auf Schützenhilfe der Admira in Hartberg hoffen muss. "Die Sache ist für uns nicht mehr steuerbar", weiß Trainer Thomas Grumser.

Normalerweise wäre der Abstiegskampf längst zu Gunsten der Steirer entschieden. Hartberg hat neun Partien gewonnen und insgesamt 32 Zähler gesammelt, Wacker würde in einer unbereinigten Tabelle mit 26 Punkten dastehen. Nicht nur diese Zahlen zeigen, dass der Absteiger eigentlich Innsbruck heißen müsste. Auch in anderen Statistiken ist das Team von Thomas Grumser abgeschlagen am Tabellenende und offenbart Daten wie ein künftiger Zweitligist.

Kein anderes Team war in der Offensive dermaßen wirkungslos wie der FC Wacker, der in 31 Partien gerade einmal 28 Treffer erzielen konnte. Zum Vergleich: Mitstreiter Hartberg brachte es auf 45 Treffer, die Admira, die am Samstag mit dem 3:2 gegen Innsbruck den Klassenerhalt vorzeitig fixierte, kann immerhin 41 Tore vorweisen. Ähnlich schlecht ist die Heimbilanz der Tiroler: Im Tivolistadion feierte Wacker nur vier Heimsiege, in den letzten sechs Monaten gar nur einen.

Wie überhaupt die Bilanz im Kalenderjahr 2019 desaströs ist. Wacker hatte noch auf Rang zehn überwintert, zehn Niederlagen in 13 Frühjahrspartien waren mitverantwortlich, dass sich der Aufsteiger nun am Tabellenende wieder findet und nach nur einem Jahr wieder den Absturz in die Zweitklassigkeit und Bedeutungslosigkeit fürchten muss.

Welche weitreichenden Folgen das für den Verein hätte, das weiß bislang keiner richtig abzuschätzen. Präsident Gerhard Stocker wollte sich mit diesem Horrorszenario nicht beschäftigen und zeigte sich in der Öffentlichkeit als Zweckoptimist. Unbestritten ist, dass ein Abstieg den FC Wacker weit zurückwerfen würde, allein schon deshalb weil die zweite Mannschaft automatisch aus der zweiten Bundesliga in die Tiroler Liga absteigen müsste. "Das Weiterwurschteln wäre programmiert", sagt Stocker.