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Sport | Fußball
07/18/2019

Vor dem Start: Bundesligisten proben im ÖFB-Cup Ernstfall

Titelverteidiger Salzburg startet am Freitag in Parndorf, Sturm ist bei Anif im Einsatz, Rapid in Allerheiligen.

Nicht nur für Sturms Nestor El Maestro soll die "gewisse Ungewissheit" vor der neuen Saison der Fußball-Bundesliga im ÖFB-Cup ein wenig weichen. Von Freitag bis Sonntag proben die Erstligaclubs in den Erstrunden-Spielen gegen unterklassige Vertreter den Ernstfall. Die Grazer eröffnen am Freitag (17.30 Uhr) bei Regionalligist USK Anif die Duelle David vs. Goliath. Die Underdogs genießen Heimrecht.

Titelverteidiger Salzburg gastiert am Freitagabend (20.30/live ORF Sport +) beim in die Burgenlandliga abgestiegenen SC/ESV Parndorf. Es ist der erste Pflichtspiel-Auftritt von Neo-Coach Jesse Marsch. Der US-Amerikaner umriss die Ausgangslage für alle Bundesligisten: "Es ist so, dass die kleineren Teams alles reinwerfen, hoch motiviert sind und nichts zu verlieren haben. Auf diese Herausforderung müssen wir vorbereitet und ebenfalls bereit sein, alles zu geben."

Neben den Verletzten Smail Prevljak, Albert Vallci (beide Sprunggelenk) und Alexander Walke (Knöchel) werden beim sechsfachen Cupsieger auch Sekou Koita und Diadie Samassekou fehlen, die nach ihren Einsätzen für Mali im Afrika-Cup erst nächste Woche wieder in Salzburg erwartet werden. Für Parndorf ist Salzburg das "Traumlos". Die Mozartstädter haben von den vergangenen 36 Cup-Spielen nur eines verloren: 2018 im Finale nach Verlängerung gegen Sturm.

Duelle Klein gegen Groß

Ein Blick in die Ergebnislisten zeigt, dass die "Kleinen" gegen die "Großen" teilweise gut mithalten konnten und auch für die eine oder andere Sensation sorgten. So warfen Regionalliga-Vereine in den vergangenen zehn Saisonen in Runde eins insgesamt zehn Bundesligisten aus dem Bewerb. Unter den "Opfern" in dieser Dekade befanden sich die Admira (2018 in Neusiedl/See), der SKN St. Pölten (2017 bei Austria Klagenfurt), der WAC (2016 in Ebreichsdorf) oder auch der SK Rapid, der 2013 beim damaligen Regionalligisten LASK unterlag.

Auch Sturm blamierte sich in jüngster Zeit einmal in Kalsdorf (2006). Anif ärgerte die Steirer 2017 in der zweiten Cup-Runde, Philipp Zulechner traf erst in der 94. Minute zu Sturms 2:1-Sieg. El Maestro gab gar an, dass Sturm in Salzburg nicht klarer Favorit sei. "Wir sind die bessere Mannschaft, aber es ist kein Traumlos", sagte der 36-Jährige, um dann einzuschränken: "Wenn man aber weit kommen will, muss man die jeweiligen Gegner schlagen." Stefan Hierländer ist nach seiner Knie-Operation noch nicht einsatzbereit, Rückkehrer Thorsten Röcher plagten in den vergangenen Tagen muskuläre Probleme.

Am Freitag tritt noch die WSG Tirol beim SK Treibach aus der Kärntner Liga an. "Wir können uns eigentlich nur blamieren, wenn wir dort ausscheiden. Man muss einfach den Klassenunterschied sehen", stellte Trainer Thomas Silberberger klar. Die Euphorie beim Bundesliga-Aufsteiger aus Wattens soll in Althofen keinen Dämpfer bekommen.

Rapid gegen Allerheiligen

Am Wochenende steigen die übrigen Bundesligisten ins Geschehen ein. Cup-Rekordsieger Austria gastiert in Kärnten bei Landesligist ASKÖ Köttmannsdorf. Kapitän Alexander Grünwald wusste, warum der Bewerb für seinen wie auch andere Clubs eine große Bedeutung hat. "Der Cup bietet eine Chance, dass wir nach sechs Spielen etwas Großes erreichen können", sagte der Kärntner.

Hartberg tritt bei der von Toni Polster trainierten Wiener Viktoria (Regionalliga Ost) an. Mattersburg gastiert im Burgenland-Vergleich in Pinkafeld (Burgenlandliga), St. Pölten beim SV Gloggnitz aus der 2. NÖ-Landesliga. Ebenfalls am Samstag sind der WAC beim SAK Klagenfurt (Kärntner Liga), der SCR Altach beim FC Kufstein (Regionalliga Tirol), die Admira bei Edelweiß Linz (OÖ-Liga) und auch der LASK im Einsatz. Der Vizemeister aus Linz reist zu Regionalligist Sportunion Vöcklamarkt. Neo-LASK-Coach Valerien Ismael gibt sein Pflichtspiel-Debüt in Österreich.

Rapid bestreitet eine von zwei Sonntag-Partien. Die in der Vorsaison im Finale gegen Salzburg unterlegenen Hütteldorfer sind beim SV Allerheiligen (17.15 Uhr/live ORF 1) gefordert. Dietmar Kühbauer trauerte noch immer dem Verpassten nach. "Der Cup hat mich letztes Jahr schon getroffen, denn wir hätten Salzburg knacken können. Natürlich wollen wir im Cup wieder vorne dabei sein", sagte der Rapid-Trainer. Für Allerheiligen aus der Regionalliga Mitte war zuletzt immer in der 1. Runde Endstation. Coach Zoran Eskinja kündigte dennoch forsch an: "Die ersten 30 Minuten sind entscheidend. Können wir da mithalten, geht's rund."