Sport | Fußball
08.10.2018

Teamchef Franco Foda gehen die Mittelfeldspieler aus

Das Mittelfeld ist ein Lazarett. Nach Baumgartlinger und Alaba sagte nun auch Grillitsch ab.

Julian Baumgartlinger ist nicht nur Kapitän des Nationalteams, sondern im defensiven Mittelfeld auch gesetzt. Aber der Leverkusen-Legionär ist schon länger verletzt, fehlte schon gegen Schweden und in Bosnien. Dort waren David Alaba und Florian Grillitsch dabei. Noch. Denn Alaba, zuletzt in Bosnien Kapitän, zog sich bei der Bayern-Niederlage einen Muskelfaserriss zu. Und gestern sagte auch Florian Grillitsch ab. Der  Hoffenheim-Legionär  leidet an einer Innenbandzerrung im rechten Knie. Franco Foda holte Leipzig-Spieler Konrad Laimer ins Teamcamp.

Teamchef Franco Foda erwies sich in den bisherigen acht Spielen seiner Ära aber durchaus als Freund der taktischen Flexibilität, sowohl in der Grundausrichtung, als auch variabel während der Partien. Dennoch befand er zwei Systeme offensichtlich als besonders passend für seine Mannschaft. Je drei Mal schickte er sein Team in einem 3-4-3 (gegen Bosnien, Schweden und Slowenien) und in einem 3-4-2-1 (gegen Brasilien, Deutschland und Russland) aufs Feld.

Zahlenspiele

Nur zwei Mal wählte Foda eine Vierer-Abwehrkette als Startformation beim klassischen 4-4-2 gegen Uruguay und beim 4-2-3-1 in Luxemburg. Interessantes Detail: in beiden Fällen war David Alaba nicht mit von der Partie. Auch diesmal musste der Bayern-Spieler wegen einer Muskelverletzung absagen. Stehen vor dem zweiten Gruppenspiel in der Nations League am Freitag gegen Nordirland die Zeichen gar wieder auf eine Viererkette und ein 4-4-2? Erst einmal vertraute Foda einer Doppelspitze, ließ gegen Uruguay Arnautovic und Burgstaller nebeneinander stürmen. Diesmal würde sich diese Variante wieder anbieten, da beispielsweise Burgstaller und Gregoritsch zuletzt gute Form zeigten und treffsicher agierten. Burgstaller: „Das Tor zuletzt tat gut nach der schlechten Phase. Es war meine erste Durststrecke, seit ich bei Schalke bin.“ Als Teil eines Sturm-Duos fühlt er sich durchaus wohl. „Wir spielen im Verein auch mit zwei Spitzen, da tut sich vorne dann schon sehr viel. Außerdem hat man gleich einen Kollegen in der Nähe als Anspielstation.“

Wiedergutmachung

Burgstaller gibt sich aber ähnlich flexibel in der Positionswahl wie Salzburg-Rechtsverteidiger Stefan Lainer, der unter Foda bisher stets im Mittelfeld agierte, vor einer Dreierkette. „Für mich ändert sich im Vergleich zum Klub aber nicht viel, da ich bei Salzburg ohnehin immer sehr offensiv agieren kann und soll.“ Allerdings muss der Dauerläufer der Liga im Nationalteam auf seiner Seite noch mehr Kilometer abspulen. „Weil man einen Mann mehr als Absicherung hat, da kann ich mich noch mehr nach vorne orientieren, muss aber dennoch die Aufgaben eines Verteidigers erledigen.“

Die Stimmung im Teamcamp ist laut Aussagen der Spieler gut. Die Niederlage in Bosnien betrachtet man als Ausrutscher, den man gegen die Nordiren ausmerzen möchte. Die Foda-Elf steht vor einem von drei Endspielen um Platz 1.