Der rasante Aufstieg der SV Gloggnitz unter Edi Stössl
Von Fabio Tartarotti
Nach einer eindrucksvollen Rückrunde ist die SV Gloggnitz zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Meister in der Regionalliga Ost. Nach Niederlagen der Verfolger SV Leobendorf und Kremser SC konnte die Mannschaft von Trainer Edi Stössl zwei Runden vor Schluss mit einem 2:1-Sieg gegen Sportunion Mauer vor heimischem Publikum die Meisterschaft fixieren „Das ist der erste Meistertitel meiner Trainerkarriere und das Gefühl ist unbeschreiblich. Was die Mannschaft geleistet hat ist überragend und ich bin unglaublich stolz“, beschreibt der Trainer seine Emotionen nach dem Titelgewinn.
Es ist die Krönung eines bemerkenswerten Turnarounds, der seinen Lauf im Dezember der vergangenen Saison nahm. Gloggnitz lag als Aufsteiger zur Winterpause auf dem allerletzten Rang der Tabelle. Stössl, der zuvor beim ASK Horitschon in der Burgenlandliga coachte, wurde an Bord geholt, um das Ruder herumzureißen. Der Plan ging auf: Gloggnitz gelang der Klassenerhalt, doch niemand im Verein hätte sich damals wohl getraut, von einem Meistertitel zu träumen. Ein Jahr später wurde genau das Realität. „Unser Ziel war ursprünglich ganz klar: eine ruhige Saison spielen und möglichst früh den Klassenerhalt absichern. Vielleicht ein einstelliger Tabellenplatz, wenn alles optimal läuft“, erklärte Stössl die Zielsetzungen für 2025/26.
Der Erfolgscoach der SV Gloggnitz: Edi Stössl
Zur Winterpause, ein Jahr nach seinem Amtsantritt, stand Gloggnitz vollkommen unerwartet auf dem zweiten Tabellenrang, zwölf Zähler hinter Herbstmeister Leobendorf. Gloggnitz legte nach und verstärkte den Kader, unter anderem mit Ex-Rapidler Roman Kerschbaum. Leobendorf schwächelte in der Rückrunde, und schon bald übernahm Stössls Truppe die Tabellenführung und gab diese auch nicht mehr her. Die SV Gloggnitz wurde tatsächlich, zwei Jahre nach dem Aufstieg, ein Jahr nachdem man knapp den Abstieg abwenden konnte, Meister in der Regionalliga Ost.
Für Stössl wird die Saison wohl für immer als besondere Zeit in Erinnerung bleiben. „Die letzten Wochen waren der Wahnsinn. Vor acht Wochen bin ich Vater geworden, am Mittwoch hatte ich Geburtstag und am Freitag fixieren wir den Meistertitel - es ist für mich kaum in Worte zu fassen.“
Einen Aufstieg in die 2. Bundesliga wird es jedoch nicht geben, die SV Gloggnitz hat um keine Lizenz angesucht und muss dafür auch einen Preis bezahlen: aufgrund einer umstrittenen Regelung des Niederösterreichischen Fußballverbands verliert ein niederösterreichischer Meister der Regionalliga Ost seinen ÖFB-Cup-Startplatz, wenn er nicht aufsteigt. Somit wird Gloggnitz in der kommenden Saison seinen Titel in der RLO verteidigen.
Wieder mit dabei: Erfolgstrainer Edi Stössl, der seinen Vertrag frühzeitig verlängert hat und die Gloggnitzer auch in der nächsten Spielzeit anführen wird. Nach seinem spektakulären Erfolgslauf in der Regionalliga Ost und seinem rasanten Aufstieg durch die österreichische Ligapyramide dürfen wir unsere Leser vorwarnen, nicht überrascht zu sein, sollten sie in Zukunft von noch größeren Erfolgen Stössls lesen.
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