Sport | Fußball
20.05.2018

Schlechter Verlierer: Bayern lässt die Frankfurter stehen

Es wird der Frankfurter Feier keinen Abbruch getan haben - aber die Bayern zeigten sich nach der Niederlage stillos.

Es gebietet die Ehre, dass der Unterlegene in einem Pokal-Endspiel auf dem Rasen die Stellung hält. Das sind für jeden Spieler schmerzhafte Minuten, während der Sieger den Pokal entgegennimmt - aber eine Sportlerseele darf nicht nur im Siegestaumel aufblühen, sondern muss auch einer Niederlage standhalten. Und dass die Pokal-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt für die Bayern in vielerlei Hinsicht schmerzvoll war, bestreitet niemand. Trotzdem stößt die Entscheidung der Münchner, den Frankfurtern den traditionellen Spalier und den Applaus bei der Pokalübergabe zu verweigern, vor allem auf Unverständnis.

Sicher, die Bayern hatten Grund für schlechte Laune: Zum Einen war es ein verpatzter Abschied vom Erfolgstrainer Jupp Heynckes, den die Bayern zweifellos gerne mit dem Double verabschiedet hätten. Stattdessen müssen sich die erfolgsverwöhnten Münchner mit dem Meistertitel begnügen - eine Enttäuschung in einer eigentlich bärenstarken Saison.

Zum Anderen war da natürlich auch der Schiedsrichter Felix Zwayer, der den Zorn des Rekordmeisters mit zwei Videobeweis-Entscheidungen zu Ungunsten der Münchner auf sich gezogen hatte - zuerst, als er beim 2:1-Führungstor der Eintracht (richtigerweise) nicht auf Handspiel entschied, und dann, als er in der Nachspielzeit (fälschlicherweise) keinen Elfmeter für die Bayern gab. Zwei durchaus spielentscheidende Situationen, die die Bayern auf die Palme brachten.

Das darf dennoch keine Entschuldigung für schlechten Sportsgeist sein. Genau diesen demonstrierten die Bayern aber - Trainer, Betreuer und die Mannschaft verzogen sich wie trotzige Kinder in die Kabine. Das zeugt nicht nur von schlechtem Stil, es wirf auch ein wenig schmeichelhaftes Licht auf die Einstellung der Bayern zu Niederlagen.

Zur Münchner Ehrenrettung sei gesagt: Einer blieb dann doch auf dem Platz. Dass es sich dabei ausgerechnet um den rekonvaleszenten Kapitän Manuel Neuer handelte, der im Finale erstmals seit acht Monaten wieder im Kader stand, ist allerdings ebenfalls bezeichnend.