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Sport Fußball
05/06/2019

Salzburgs Meisterwerk: Zehn Gründe für den zehnten Titel

In der Ära von Red Bull holte Salzburg zum zehnten Mal die Meisterschaft. Die Ursachen sind vielfältig.

von Stephan Blumenschein

Nach dem 2:1-Sieg bei der Austria ist Salzburg zum 13. Mal Meister. Seit der Übernahme von Red Bull im Jahr 2005 ist es der zehnte Meistertitel und der sechste in Folge.

Zehn Gründe, warum sich der Favorit schon wieder locker durchsetzen konnte ...

  • Das Kollektiv

Es gab schon bessere Einzelspieler bei Salzburg, aber noch nie eine bessere Mannschaft. Trainer Marco Rose formte in seinen zwei Jahren ein schlagkräftiges Team, das nicht nur aus elf, sondern aus 15, 16 Stammspielern besteht. Das beweist aber auch, dass der Deutsche kein Freund der Extremrotation ist. Das führte auch in dieser Saison dazu, dass einige Spieler gegen Saisonende leer wirkten. Der Titel wurde dadurch aber nicht gefährdet.

  • Der Spielerflüsterer

Rose konnte den Meistertitel verteidigen. Das schaffte vor ihm mit Red Bull nur sein Vorgänger Oscar Garcia. Er ist ein typischer Deutscher: extrem ehrgeizig, extrem fokussiert, extrem erfolgshungrig. Seine Spieler glauben an ihn und folgen ihm.

  • Die Konkurrenz

Die Wiener Klubs, die mit ihren finanziellen Ressourcen Salzburg zumindest fordern müssten, spielen eine unterirdische Saison. Auch Sturm (Vizemeister 2018) nahm sich mit einem Totalumbau der Mannschaft aus dem Rennen. Es blieb der LASK. Und der schwächelte in der Meistergruppe just in dem Moment, in dem Salzburg in Reichweite war: nämlich nach der Punkteteilung.

  • Der Saisonstart

Im August grüßte in Salzburg wieder einmal das jährliche Murmeltier. Das Ausscheiden im Champions-League-Play-off gegen Roter Stern Belgrad war ein Selbstfaller. Wie die Salzburger den Tiefschlag aber wegsteckten, war bemerkenswert. Bis zur 10. Runde gab es nur Siege, erst Innsbruck konnte gegen Salzburg punkten. Das Spiel am 20. Oktober endete 1:1.

  • Die direkten Duelle

Schon die erste Hälfte des ersten Saisonspiels war eine Machtdemonstration. Der LASK wurde in der Red-Bull-Arena richtiggehend filetiert. 3:0 stand es nach 38 Minuten. Gegen den schlussendlich einzig ernsthaften Gegner leistete sich Salzburg bisher keine Niederlage. Auch das war ein Schlüssel zum Titelgewinn.

  • Der Dabbur-Effekt

Der Israeli hatte es in seiner ersten Saison nicht leicht. Der Schatten von Jonatan Soriano war so groß, dass Dabbur zu den Grasshoppers nach Zürich flüchtete. Bei seiner Rückkehr 2017 war der Spanier weg, Dabbur blühte auf. Er ist jener Spieler, der den Unterschied ausmacht. Der beste Torschütze wird zum FC Sevilla wechseln. Ob sein Nachfolger ihn so gut ersetzen wird wie er Soriano, wird sich zeigen.

  • Der Heimvorteil

Es kommen zwar mehr Zuschauer zu den Bundesliga-Heimspielen als in den vergangenen Jahren, aber die Fanmassen strömen weiter nicht in die Red-Bull-Arena. Trotzdem ist Salzburg extrem heimstark und 62 (!) Spiele in Folge ungeschlagen. Trainer Rose könnte das Kunststück schaffen, daheim ohne Niederlage zu bleiben.

  • Das Geld

Nicht wenige begründen Salzburgs Dauererfolg nur mit dem finanziellen Engagement von Red Bull. Das ist zu kurz gegriffen. Der Serienmeister hat gegenüber der Konkurrenz einen Startvorteil, der aber auch genützt wird. Kein anderer Verein plant so weitsichtig. Deshalb fallen auch die Abgänge von Leistungsträgern nicht so ins Gewicht.

  • Die Fokussierung

Der Herbst 2018 war selbst für Salzburger Verhältnisse außergewöhnlich. Zum ersten Mal blieb man in allen Bewerben ungeschlagen – trotz Dreifachbelastung in 31 (!) Partien. Dass in der Europa-League-Gruppe gegen RB Leipzig, Celtic und Rosenborg alle sechs Spiele gewonnen wurden, macht die Leistung noch bemerkenswerter.

  • Das Assistententeam

Viele Medien vermittelten zuletzt den Eindruck, dass von Roses Co-Trainern alleine Rene Maric für den Erfolg mitverantwortlich ist. Ein 26-Jähriger, der als Taktikblogger bekannt wurde und nun im Profibereich erfolgreich arbeitet, ist sicher eine gute Story. Aber die Realität sieht anders aus: Alexander Zickler und Rene Aufhauser haben mindestens den gleichen Anteil am Meistertitel.

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