Sport | Fußball
09.05.2018

Salzburg ist auf dem Weg zum fünften Doublegewinn in Folge

Der Serienmeister peilt heute in Klagenfurt (20.30 Uhr) gegen Sturm den nächsten Cupsieg an.

Es mag Zufall sein: Seit 2014, seit das ÖFB-Cup-Finale im Klagenfurter Wörthersee-Stadion für fünf Jahre eine fixe Heimat gefunden hat, hieß Österreichs Cup-Sieger immer Salzburg.

Heute Abend versucht Sturm Graz (20.30 Uhr, live ORFeins), was hintereinander St. Pölten, Austria, Admira und Rapid nicht geschafft haben: einen Finalsieg der Salzburger im EM-Stadion von 2008 verhindern.

Die Generalprobe am Sonntag ist allerdings völlig missglückt. Die Grazer waren in der Red-Bull-Arena chancenlos, verloren in der Bundesliga mit 1:4. die Salzburger durften den fünften Meistertitel in Serie feiern.

Sturm-Trainer Heiko Vogel nahm die empfindlich hohe Niederlage auf seine Kappe: „Die Jungs können nichts dafür. Weil ich als Trainer es nicht geschafft habe, die Spieler auf dieses Spiel zu 100 Prozent zu fokussieren. Ich denke, das Cup-Finale hat eine zu große und gewichtige Rolle gespielt. Das ist ganz klar mir anzukreiden.“

Gut, wenn es wirklich nur an der Einstellung gelegen ist, dann wird das Cup-Finale also ein ganz anderes Spiel werden. Das wird es aber auch, wenn mehr als nur die fehlende Fokussierung schuld war an der klaren Niederlage. Denn Salzburg wird heute mit einer ganz anderen Mannschaft antreten als am Sonntag, als von jener Startelf, die Trainer Rose gegen Olympique Marseille beim unglücklichen Semifinal-Aus in der Europa League aufgeboten hatte, nur Duje Caleta-Car begann.

Acht Gegentore

Unter Vogel, der seit Jänner bei Sturm ist, war das 1:4 aber schon das zweite Aufeinandertreffen mit Österreichs bester Mannschaft. Ende Februar gab es in der Bundesliga eine 2:4-Heimniederlage, Sturm kassierte also in beiden Partien je vier Treffer. Das beunruhigt den Deutschen allerdings nicht.

„Man denkt meistens, dass man bei vier Gegentoren in der Defensive etwas verbessern muss. Ich denke, dass wir die Ballgewinne zu wenig gepflegt haben. Uns hat die Balance zwischen defensiv gut agierend und den Ballbesitz positiv ausspielend gefehlt“, meinte der Deutsche.

Sein Landsmann weiß, was die Salzburger am Mittwoch in der Kärntner Landeshauptstadt erwartet: „Es wird ein Auswärtsspiel werden“, meinte Marco Rose. 25.500 Eintrittskarten wurden bisher verkauft, 20.000 gingen an die Grazer. Ungewohnt ist so eine Stimmungslage für die Salzburger aber nicht. Im Cup-Finale 2017 war das nicht anders, da waren die Fans von Rapid deutlich in der Überzahl. Red Bull siegte trotzdem.

Auf Rekordjagd

Nach dem fünften Meistertitel könnten die Salzburger zum fünften Mal den Cup und damit auch zum fünften Mal in Folge das Double gewinnen. Beides wäre ebenfalls eine neue österreichische Bestmarke. „Man spürt bei den Jungs, dass sie die Verantwortung spüren, die Saison mit dem Double zu beenden. Sie sind nach wie vor gierig“, erzählte Rose bei der Abschluss-Pressekonferenz in Klagenfurt.

Da ist es kein Wunder, dass die Meisterfeier sehr kurz und bündig ausgefallen ist, die Salzburger weiter das zweite Saisonziel fest anvisiert haben. „Die Feierlichkeiten haben sich wegen des Cup-Finales absolut in Grenzen gehalten. Denn das wollen wir ebenfalls gewinnen. Wir haben die Chance auf einen zweiten Titel und müssen an die Sache seriös herangehen“, sagt Stefan Lainer.

Es könnte übrigens die letzte Möglichkeit sein, die Salzburger in einem Cup-Finale in Klagenfurt zu besiegen. Der Finalort für 2019 ist noch nicht fixiert. In Frage kommen alle österreichischen Stadien mit einer Kapazität von mehr als 15.000 Sitzplätzen. Eine Entscheidung soll im Juni fallen.