Der Belgier Massimo Bruno jubelt gegen Altach über seinen dritten Bundesliga-Treffer.

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Bundesliga
08/24/2014

Salzburg: Eine Generalprobe ohne Wert

Der Tabellenführer fertigte auch Altach ab. Erkenntnisse für die Partie in Malmö brachte das 5:0 aber keine.

von Stephan Blumenschein

Es ist eine Paarung von Realismus und Resignation: Damir Canadi war am Samstagabend schon zufrieden, weil seine Mannschaft in der Red-Bull-Arena nicht 1:6 (wie Rapid) oder 0:8 (wie Grödig) verloren hatte, sondern nur mit 0:5. „Wir haben in Salzburg die wenigsten Tore bekommen“, stellte Altachs Coach fest.

Okay, der Wiener trainiert den Bundesliga-Aufsteiger. Trotzdem musste man ganz genau zuhören, um glauben zu können, was Canadi so nach dem Debakel, das im Ergebnis gar nicht die Unterlegenheit seiner Mannschaft widerspiegelte, so alles erzählte.. "Von uns war es ein sehr ordentliches Spiel. Wir haben sehr viel investiert und auch vom taktischen Konzept sehr viel richtig gemacht. Wir sind nicht unzufrieden mit dem, was wir heute geleistet haben."

Canadis positives Fazit sagt viel über den Ist-Zustand der österreichischen Bundesliga aus. Die Gegner haben sich längst mit der Überlegenheit der Salzburger abgefunden. Sechs Runden sind absolviert, der Meister hat alle sechs Spiele gewonnen, in diesen 29 Treffer erzielt und nur einen einzigen bekommen - und den noch dazu aus einem Elfmeter in der Nachspielzeit bei einer 6:0-Führung gegen Rapid.

Einzig der WAC scheint dem Tabellenführer Paroli bieten zu können, der Rest schon zufrieden zu sein, wenn man gegen Salzburg nur klar verliert – so wie eben Altach am Samstag. „Man muss das respektieren, Salzburg ist einfach eine super Mannschaft. Wir haben gewusst, dass es schwer wird", sagte Canadi abschließend.

"Ich war mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden. Wir haben extrem gut gespielt. Es ist ja nicht einfach, zehn Spieler in deren Hälfte auszuspielen. Das hat die Mannschaft sehr gut gemacht, weil sie den Ball sehr gut zirkulieren hat lassen", meinte Salzburg-Trainer Adi Hütter.

Nachwuchsteam

Professionell hatte der gebürtige Altacher seine Mannschaft auf seinen Heimatklub vorbereitet („Wir haben Altach seit Donnerstag zerpflückt und zerlegt“). Seine Mannschaft hat die Vorgaben ihres Trainers professionell umgesetzt – gegen einen Gegner, der sogar in der Schlussphase dominiert worden ist als mit Debütant Schmitz, Lazaro, Keita, Bruno und Quaschner ein halbes U-21-Team auf dem Platz gestanden war. „Das nenne ich eine junge Mannschaft“, war Hütter hörbar stolz.

Das 5:0 war freilich alles andere als eine Generalprobe für das entscheidende Champions-League-Play-off-Spiel am Mittwoch in Schweden – und das nicht nur, weil Salzburg personell mit einer anderen Formation antreten wird. „Malmö ist eine zweikampfstarke Mannschaft, die große Spieler in ihren Reihen hat. Das gibt es halt in Österreich nicht in so einer Art und Weise. Wir müssen uns mit der jeweiligen Situation auseinandersetzen", meinte Hütter, der trotzdem einen personellen Test für den Ernstfall am Mittwoch durchführte.

In Anbetracht des personellen Notstandes in der zentralen Defensive gab Stefan Ilsanker sein Comeback in der Innenverteidigung. Getestet wurde er von Altach freilich nicht, spielten die Vorarlberger doch keinen einzigen langen Ball wie es die Schweden praktizieren werden.

Trotzdem legte sich Salzburg-Trainer fest: Sollte der Worst Case eintreten, Martin Hinteregger und Franz Schiemer am Mittwoch ausfallen, dann wird Ilsanker neben Andre Ramalho beginnen. "Er hat die Qualität für diese Position für dieses eine Spiel."

Der Vorarlberger hätte allerdings auch sonst keine Alternativen. Liefering-Kooperationsspieler Duje Caleta-Car ist für die Champions League nicht gemeldet worden, der noch 17-Jährige ist also nicht spielberechtigt.

    Aber auch sonst zog Hütter seine positiven Lehren aus der Altach-Partie für Mittwoch: "Wir haben das fünfte Mal in der Meisterschaft zu Null gespielt. Wenn wir in Malmö kein Tor erhalten, dann werden wir auch aufsteigen. Trotz allem haben wir auch die Qualität und Klasse, um für Tore zu sorgen. Wir werden auch in Schweden versuchen, von der ersten Minute an auf Sieg zu spielen."

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