Salzburgs U19-Team steht unter den besten vier in Europa.

© GEPA pictures/Felix Roittner

Sport Fußball
03/09/2017

Red-Bull-Talente: Mit Pfiff im Konzert der Großen

Der Aufstieg der Salzburger unter die besten vier Nachwuchsteams Europas hat seine Gründe.

von Stephan Blumenschein

Es ist der größte Erfolg für Österreichs Nachwuchsfußball auf Klubebene: Nach Manchester City und Paris SG schaltete Salzburg in der Youth League (U19) Atlético Madrid aus und erreichte das Finalturnier der Champions League für Nachwuchsteams in der Schweiz.

In diesem wartet am 21. April in Nyon im Semifinale der FC Barcelona. Dass sich mit Benfica und Real Madrid (2:1-Sieg im Viertelfinale gegen Ajax) weitere äußerst prominente Klubs für die Endrunde qualifiziert haben, beweist das Standing des Bewerbes.

Der Erfolg ist aber kein Zufallsprodukt. Sechs Gründe für den Aufstieg Salzburgs in die Elite des Nachwuchsfußballs:

Die Infrastruktur

Die auf dem Gelände der ehemaligen Salzburger Trabrennbahn in Liefering errichtete Akademie ist eines der modernsten Leistungszentren Europas. 35 bis 45 Millionen Euro wurden von Red Bull in das Projekt investiert, in dem rund 400 Fußball- und Eishockeytalente ausgebildet werden. Sechs Fußballplätze in verschiedenen Größen sowie eine Halle mit einem 60x90 Meter großen Fußballplatz bieten ideale Trainingsmöglichkeiten.

Der Aufwand

Die Talenteausbildung war Red Bull immer wichtig. Salzburg investiert jährlich Millionen in den Nachwuchs. Der Aufwand schlägt sich in einer optimalen Betreuung auf fußballerischer, psychischer, physischer, medizinischer und schulischer Ebene nieder.

Die Spielphilosophie

Als Ralf Rangnick 2012 in Salzburg Sportchef wurde, änderte sich nicht nur die Spielweise der Kampfmannschaft: Das niederländische Ausbildungssystem, das in der Akademie praktiziert wurde, hatte ausgedient. Der Deutsche tauschte praktisch das komplette Führungs- und Trainerpersonal aus. Seitdem wird durchgehend das von Rangnick propagierte Spielsystem durchgezogen. Mit dem Offensivpressing hatten viele Gegner in der Youth League große Probleme.

Der Ruf

In Salzburg gibt es nicht nur eine auf höchstem Niveau arbeitende Akademie, sondern auch realistische Aufstiegschancen in die Profimannschaft. Das hat sich weltweit herumgesprochen und ist ein Gegensatz zur Situation bei vielen Großklubs, die ihre Stars hauptsächlich zukaufen. Das lockt nicht nur die größten Talente Österreichs an: Auch in der Youth-League-Mannschaft gibt es Spieler aus drei Kontinenten, die auf dem Platz aber eine echte Einheit bilden.

Die Individualisten

Die Jahrgänge 1997 und 1998, die das Gros dieses Teams bilden, sind bei Salzburg besonders starke. Spieler wie Amadou Haidara und Xaver Schlager haben das Zeug dazu, Karriere zu machen. Sie gehören zu den großen Hoffnungsträgern für die nahe Zukunft des Serienmeisters.

Der FC Liefering

Von vielen wird der Salzburger Satellitenklub angefeindet, weil damit das Spielverbot für Amateurteams in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs umgangen wird. Für das durchgängige Red-Bull-Ausbildungssystem ist der Erste-Liga-Klub aber ein extrem wichtiger Bestandteil. Dass praktisch die komplette Youth-League-Mannschaft Woche für Woche von Profiteams im Erwachsenenbereich gefordert wird, hat sich in den Entscheidungsspielen gegen fußballerisch gleichwertige Nachwuchsteams überaus positiv bemerkbar gemacht.

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