Im freien Fall: Ex-Rieder stürzt Real noch tiefer in die Krise

Real Madrid Vinicius jr.
Bei Real Madrid ist nach der Cup-Blamage gegen Zweitligist Albacete Feuer am Dach. Ein ehemaliger Österreich-Legionär darf hingegen feiern.

Der Neustart für Real Madrid nach dem Rauswurf von Trainer Xabi Alonso hat in einem sportlichen Debakel geendet. Beim Debüt von Alvaro Arbeloa blamierten sich die Königlichen mit einer 2:3-Niederlage bei Zweitligist Albacete im spanischen Cup-Achtelfinale. „Ein Real, das wirklich beschämend ist. Ein Madrid im freien Fall“, schrieb die Sportzeitung Marca. „Ein Desaster dieser Art, das in die Geschichte eingehen wird, ist wahrlich kein guter Start in eine neue Ära“, meinte AS.

Ohne den geschonten Superstar Kylian Mbappe enttäuschte der 20-fache Cupsieger und scheiterte gegen den Tabellen-17. der zweiten Liga. Innerhalb weniger Tage musste Real zwei Titelhoffnungen begraben. Erst am Sonntag war der Supercup mit 2:3 gegen den Erzrivalen FC Barcelona verloren gegangen. Nun droht dem erfolgsverwöhnten Verein eine Zäsur: Erstmals seit 20 Jahren könnte man wieder zwei Jahre ohne relevanten Titel bleiben. In der Meisterschaft liegt Barca, gegen das Real fünf der jüngsten sechs „Clasicos“ verloren hat, vier Punkte voran.

Jefte

Hauptverantwortlich für das Cup-Scheitern war ein ehemaliger Spieler der SV Ried: Jefte Betancor ließ seine ebenfalls rotierende Mannschaft mit dem 2:1 (82.) auf die Sensation hoffen, die Gonzalo Garcia per Kopf nach einer Ecke (91.) nur zwischenzeitlich absagte. Mit einem Schlenzer aus dem Stand ins lange Eck machte der 32-jährige Jefte in der 94. Minute seinen Doppelpack perfekt. Der Spanier hatte seine inzwischen illustre Auslandskarriere 2018 beim oberösterreichischen Regionalligisten Stadl-Paura gestartet.

Neo-Trainer Arbeloa nimmt Schuld auf sich „Bei diesem Klub ist sogar ein Unentschieden schlecht, eine Tragödie“, sagte Arbeloa. „Wenn jemand verantwortlich ist, dann bin ich es. Ich habe die Entscheidung für die Aufstellung gemacht, wie wir spielen wollten, wie wir ausgewechselt haben. Ich kann den Spielern nur danken, wie sie mich willkommen geheißen haben.“ Der frühere Real-Profi und Trainer der zweiten Mannschaft stellte wie erwartet einige Spieler aus der zweiten Reihe auf und schonte mehrere seiner Stars wie Mbappe, Jude Bellingham, Torhüter Thibaut Courtois und Rodrygo. ÖFB-Star David Alaba wurde in der 65. Minute beim Stand von 1:1 eingewechselt. Für 11.00 Uhr bestellte Arbeloa die Spieler am Donnerstag wieder auf den Trainingsplatz. Viel Zeit, seine Ideen dem Team zu vermitteln, bleibt ihm bis zum Heimspiel in der Liga gegen Levante wieder nicht. „Wir müssen daran arbeiten, am Samstag ein großartiges Spiel zu machen“, betonte Arbeloa.

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