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Sport Fußball
03/30/2019

Rapid wird heuer absteigen, weil . . .

Anpfiff zur ersten Qualifikationsgruppe. Der KURIER erklärt, warum welcher Verein die Bundesliga verlassen könnte.

von Christoph Geiler

Sechs Punkte trennen in der neuen Qualifikationsgruppe den Ersten Mattersburg und den Letzten Innsbruck. Sechs Punkte zwischen Europacup-Traum und Abstiegs-Albtraum. Wenn heute die zweite Meisterschaftsphase startet, dann steht für die sechs Teams viel auf dem Spiel. Es geht einerseits um die Europacupteilnahme (der Erste rutscht noch in das Play-off), zugleich sitzt allen Vereinen auch das Abstiegsgespenst im Nacken.

Welcher Klub wird die Liga verlassen müssen? Der KURIER hat die sechs Vereine unter die Lupe genommen und erklärt – mit Augenzwinkern – was gegen wen spricht.

MATTERSBURG

Gut möglich, dass diese Qualifikationsgruppe für Mattersburg die falsche Spielwiese ist. Jetzt, wo im Burgenland unter Trainer Schmidt plötzlich großer Wert auf Spielkultur und Spektakel gelegt wird. Diese Neu-Positionierung ist sogar durch die Statistik belegt: Nur der LASK hat wie Mattersburg in jeder der jüngsten zwölf Partien getroffen.

Aber ist dieser Stil auch im Duell der unteren sechs gewinnbringend? Oder sind nicht andere Qualitäten gefragt? Nicht von ungefähr redet man vom Abstiegskampf – und nicht vom Abstiegsspiel. Mattersburg wäre jedenfalls nicht der erste Verein, der in Schönheit gestorben beziehungsweise abgestiegen ist.

RAPID

Wer hätte nach 30 Minuten und beim Stand von 1:0 gedacht, dass Österreich in Israel so abgestraft werden würde? Wer hätte geglaubt, dass Donald Trump einmal US-Präsident werden könnte? Die Gegenwart zeigt, dass mit allem zu rechnen ist. Und wem, wenn nicht dem Rekordmeister kann und muss zugetraut werden, dass er das Denkunmögliche möglich macht?

Wenn die einzige Konstante in Hütteldorf die Unruhe ist; wenn ein Verteidiger (Mario Sonnleitner) der torgefährlichste Rapidler ist; wenn im Westen von Wien die Nebengeräusche den Ton angeben; wenn neben dem sportlichen Erfolg auch noch ein neuer Präsident und ein neuer Sportchef gesucht werden müssen.

Dummerweise spielt dann auch noch Salzburg nicht in dieser Sechserrunde. Dass sie den Meister schlagen können, haben die Rapidler in dieser Saison bereits gezeigt, gegen Hartberg (0:3, 2:2) und Altach (1:1, 2:2) sind sie diesen Beweis noch schuldig geblieben.

HARTBERG

Das haben sie in Hartberg jetzt davon, dass sie sich bisher viel besser geschlagen haben, als alle ursprünglich erwartet hatten: Personaldiskussionen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt dieser Saison. Der Aufsteiger hat sich das mit starken Auftritten natürlich selbst eingebrockt, dass jetzt plötzlich einige Spieler begehrt sind und in der Oststeiermark keiner so recht weiß, wie und ob das Fußballmärchen um ein Kapitel erweitert werden kann. Dem angenehmen steirischen Herbst wird so oder so ein unruhiges Frühjahr folgen, zumal nur fünf Spieler einen längerfristigen Vertrag besitzen. Diese allgemeine Unsicherheit über die Zukunft wird den Hartbergern einiges von ihrer Leichtigkeit kosten – und wenn’s blöd läuft sogar den Klassenerhalt.

ADMIRA

Die Befürchtung liegt nahe: Hatte die Admira ihren Erfolgslauf etwa zum falschen Zeitpunkt? Die zehn Punkte, die das Team von Trainer Geyer 2019 sammelte und auf Platz zwei der Frühjahrstabelle hievte, waren tatsächlich nur halb so viel wert und hätten der Admira in den nächsten Wochen sicher mehr geholfen. Was gegen die Südstädter spricht: Die Admira schickt mit Abstand das unerfahrenste Team in den Abstiegskampf. Es würde also nicht verwundern, wenn gerade die blutjungen Admiraner am Ende alt aussehen würden.

ALTACH

Im Ländle macht seit einigen Tagen folgender Witz die Runde: Warum spielt Altach nur in der Qualifikationsrunde am Samstag? Antwort: Weil der Pastoor am Sonntag, wenn die Meisterrunde am Ball ist, in der Kirche sein muss.

Der Niederländer Alex Pastoor ist nun also der nächste Trainer, der in Altach sein Glück versuchen darf. Nach den Herren Scherb, Schmidt und Grabherr, die alle daran gescheitert sind, bei den Altachern nachhaltig für Ruhe und Erfolg zu sorgen. Können wirklich so viele Trainer daneben liegen, oder liegt das Grundübel des Klubs möglicherweise woanders?

Die Auftritte in der bisherigen Saison sprechen nicht dafür, dass Vorarlberg auch 2019/’20 noch mit einem Team in der Bundesliga vertreten ist. Im direkten Duell aller sechs Klubs der Qualifikationsrunde weist Altach jedenfalls die schlechteste Bilanz auf. Und dass sich gestern Goalgetter Hannes Aigner in die Pension verabschiedet hat, ist auch kein gutes Omen.

INNSBRUCK

Kann man mit zehn 0:0 den Ligaerhalt schaffen? Theoretisch ja. Praktisch erscheint dieses Unterfangen unrealistisch. Wo es doch im Frühjahr beim FC Wacker Innsbruck von vorne bis hinten krankt. Zu den bekannten Offensivproblemen – Wacker hat in sieben der jüngsten acht Partien kein Tor erzielt – gesellten sich zuletzt erschreckende defensive Aussetzer. So viele Eigentore können die Gegner gar nicht schießen, dass es für den Klassenerhalt reichen würde.

Vor allem wegen der Torflaute sind rund ums Tivolistadion stürmische Zeiten vorprogrammiert. Und als wäre es sportlich nicht schon turbulent genug, wird der Traditionsverein wieder einmal von Zukunftsängsten geplagt. Nicht wenige rechnen mittlerweile damit, dass der eine Tiroler Klub (Wacker) in der Bundesliga durch einen anderen (Wattens) ersetzt wird.

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