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Sport Fußball
06/25/2020

Kühbauer nach Rapid-Debakel: "Gibt jetzt kein Scherbengericht"

Rapid unterlag Salzburg mit 2:7. Die Reaktion des Rapid-Trainers auf das historische Ergebnis überrascht.

von Alexander Huber

Das 2:7 war nach dem 1:6 gegen die Austria (Dezember 2018 - damals wegen des Polizei-Kessels ebenfalls ohne Rapid-Fans) bereits die zweite Rekord-Klatsche für Didi Kühbauer bei Rapid. Trotzdem blieb der Trainer auffallend ruhig: „Wir waren über Wochen mit dem Personal am Limit, da kann so ein Spiel einmal passieren. Es tut weh, aber es gibt kein Scherbengericht.“

Standardfrage

Kritik gab es nur für die vier Corner-Gegentore: „Wir haben die Bälle so schlecht verteidigt. Das geht  gegen die unglaubliche Qualität von Salzburg gar nicht.“ Kühbauers Fazit: „Wir haben bis heute eine unglaublich gute Saison gespielt. Das werden wir jetzt nicht wegwerfen.“

Knoflach schimpft

Viel schärfer formulierte Tobias Knoflach.  Der Rapid-Tormann schimpfte: „So darf man daheim nicht verlieren, da muss auch mal einen weghauen. Ich will nicht, dass jemand verletzt wird, aber da muss man ein Zeichen setzen als Spieler. Das haben wir gar nicht getan. Das darf einer Mannschaft von Rapid nicht passieren.“

Kühbauer hatte hingegen bereits vor der Partie betont, dass die beiden fairsten Teams der Liga aufeinander treffen: „Das sage nicht ich, sondern die Bundesliga mit ihrer Statistik der gelben Karten.“

Fu§ball, SK Rapid Wien - Salzburg

Passend dazu gab es vor der Pause nicht für ein Foul Gelb, sondern wegen der Kritik von Ersatzspieler (!) Taxi Fountas. „Er hat uns diesmal keinen Gefallen getan, weil er jetzt in Graz gesperrt ist. Aber das werde ich hinter verschlossenen Türen mit Taxi besprechen“, kündigt Kühbauer an.

Begeisterter Marsch

Salzburg-Trainer Jesse Marsch war begeistert, wie seine Mannschaft auf das 0:1 reagierte, will sich aber noch nicht zum Titel gratulieren lassen: „Ich verstehe die Situation um den LASK-Protest nicht. Aber wenn wir alles gewinnen, sind wir auch sicher Meister. Das ist unser Ziel.“

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Kurios war die Reaktion der Trainer auf das Abseitstor zum 1:1. Kühbauer hatte sich im Spiel echauffiert, meinte danach aber sanft: "Ich hab mich geärgert, aber da mache ich niemanden einen Vorwurf - es war sehr knapp. Gegen den WAC hatten wir beim 2:1 dieses Glück."

Stattdessen ärgerte sich Marsch: "Es ist lächerlich, dass wir keinen VAR haben. Das 1:1 war ein Abseitstor, und wir können nix machen. Das sollte nicht am Geld liegen. Wir brauchen den Videobeweis sofort."