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Sport Fußball
02/24/2019

Liga-Hit gegen Salzburg: Rapid siegt mit neuem Gesicht

Mit großem Kampfgeist und schönen Toren wird Salzburg beim 2:0 in Überzahl die erste Pleite zugefügt.

von Alexander Huber

Rapid meldet sich im Kampf um die Meistergruppe zurück: Mit einem 2:0 (0:0) gegen Salzburg wird dem Meister die erste Saison-Niederlage zugefügt und der Rückstand auf Platz sechs auf vier Punkte verringert.

Wie gegen Inter gab es eine Choreografie für den Großteil der 19.400 Besucher: Es wurde an den Vorgängerverein 1. WAFC, den 1897 gegründeten 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club erinnert. Als historisch ist nach 1765 Tagen und 13 sieglosen Duellen auch schon der Erfolg von Rapid gegen den Serienmeister einzustufen.

Offensive Rapidler

Bei Rapid wurde wie erwartet nach dem 0:4 in Mailand rotiert, aber die fünf Neuen machten die Hausherren offensiver als erwartet. Neben den Innenverteidigern gab es mit dem starken Auer (anstelle des kranken Potzmann) nur noch einen rein defensiv denkenden Spieler in der Startelf. Auf die Tribüne mussten Grahovac, Barac und (weil Badji im Kader stand und in Minute 85 sein Debüt gab) auch Alar.

Salzburg-Trainer Rose musste ohne die gegen Brügge verletzten Junuzovic und Pongracic (fehlt lange) auskommen und hatte ebenfalls eine Überraschung parat: Dabbur und Prevljak saßen nur auf der Bank. Das Duo hat im Herbst ein Tor mehr geschossen als der gesamte Rapid-Kader: 18. Der flinke Ersatz, Brügge-Schreck Daka und Minamino, konnte sich freilich sehen lassen.

Die Partie begann schwungvoll, die ersten Möglichkeiten waren Weitschüsse von Martic und auf der Gegenseite von Mwepu.

Dazwischen zeigte Schiedsrichter Schörgenhofer erstmals Gelb, für Hofmann, der zwar den Ball gespielt, aber auch Daka rüde attackiert hatte (12.). Rapid spielte trotzdem weiterhin viel kämpferischer als im Herbst. Berisha gewann die meisten Bälle, verlor sie aber meist auch wieder.

Salzburg wacht auf

Bei der ersten Top-Chance schoss der Norweger nach Vorarbeit von Schobesberger und Knasmüllner zu unplatziert (23.). Eine Minute später fand ein Stanglpass von Schobesberger Pavlovic, der aber zu zentral abschloss.

Erst danach stellten sich die Salzburger besser auf den bevorzugten Spielzug ein: Immer wieder wurde links über Bolingoli und Schwab der Ball nach vorne getragen – zu Schobesberger, der sein 100. Ligaspiel bestritt. Das Debüt war beim 1:6 in Salzburg 2014 gehörig schief gegangen.

Am Sonntag waren die Grünen nie so unterlegen, kamen aber nach 30 Minuten unter Druck. Nach einem Bolingoli-Patzer rettete Strebinger gegen Mwepu (35.). Bei der besten Chance ging ein Daka-Volley knapp daneben (37.).

Rot für Dummheit

In Minute 54 leistete sich der bis dahin überragende Ramalho eine Dummheit: Das Vogel-Zeigen gegen Schörgenhofer hatte Gelb-Rot zur Folge. Rose stellte mit Joker Vallci auf ein 4-4-1 um.

Als Sonnleitner in Minute 65 den Ball erkämpfte, ging auf, was im Herbst so oft schief gegangen war: Schwab spielte einen riskanten Pass erfolgreich, Bolingoli flankte präzise und Veton Berisha köpfelte ins Kreuzeck – 1:0.

SK RAPID WIEN vs FC RED BULL SALZBURG

Die Vorentscheidung sollte in Minute 81 mit einem Traumtor fallen. Über Ivan, Bolingoli und Knasmüllner wurde der Kapitän freigespielt. Mit einem perfekten Schlenzer traf Stefan Schwab zum 2:0.

Salzburgs einzige Chance in Hälfte zwei? Prevljak scheiterte an Strebinger (90.).