Skandalfinale im Afrika-Cup: Kritik vom FIFA-Boss, Entschuldigungen und viele Fragen

Tumulte im Finale des Afrika-Cups.
Der 1:0-Erfolg von Senegal gegen Gastgeber Marokko im Finale des Afrika-Cups hat Gewinner und Verlierer. Der größte ist der Fußball.

Werbung für den Fußball, die gab es nicht am Sonntagnacht in Rabat. Nach dem Endspiel im Afrika-Cup zwischen Gastgeber Marokko und Senegal, das wohl als Skandal-Finale in die Geschichtsbücher eingehen wird, gibt es großen Diskussionsbedarf. Der 1:0-Sieg der Senegalesen, den Pape Gueye in der vierten Minute der Verlängerung sicherstellte, wurde überschattet von den Ereignissen in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit. 

Die heiße Phase im Schnelldurchlauf: In der 97. Minute gab es nach VAR-Check Elfer, weil Real-Star Brahim Diaz gefoult wurde. Die Senegalesen protestierten, es kam zu Ausschreitungen, die Senegalesen traten kurzfristig sogar ab. Erst Superstar Sadio Mané holte seine Leute wieder zurück, weil er Angst hatte, dass der überforderte Referee die Sache abbricht. Brahim Diaz hatte rund eine Viertelstunde später die Chance, Marokko erstmals seit 1976 zum Titel zu schießen, vergab aber mehr als leichtsinnig - er schupfte Goalie Mendy den Ball in die Hände. Ein Fauxpas, der sich rächen sollte. 

Nun hat der Trainer des Senegal nach dem Eklat um Entschuldigung gebeten. „Manchmal reagiert man in der Hitze des Gefechts“, sagte Pape Thiaw nach dem Triumph seines Teams. „Wir akzeptieren die Fehler des Schiedsrichters, das kann passieren. Wir hätten nicht so reagieren sollen, aber das ist nun Vergangenheit. Wir entschuldigen uns beim Fußball.“ 

FIFA-Präsident Gianni Infantino bezeichnete die Vorfälle als „inakzeptabel“. „Wir verurteilen das Verhalten einiger “Fans„ sowie einiger senegalesischer Spieler und Mitglieder des Trainerstabs aufs Schärfste. Es ist inakzeptabel, das Spielfeld auf diese Weise zu verlassen, und Gewalt darf in unserem Sport nicht toleriert werden. „So etwas hat im Fußball nichts zu suchen“, sagte der Schweizer. Er erwarte, dass die zuständigen Disziplinargremien des afrikanischen Fußball-Verbandes CAF die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.  

Fairer Mané

„Ich habe getan, was ich tun musste“, sagte Mané. „Es wäre verrückt gewesen, das Spiel wegen eines Elfmeters aufzugeben. Das wäre das Schlimmste für den afrikanischen Fußball gewesen. Da verliere ich lieber.“

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