Sport | Fußball
28.08.2018

Podolski: "Kartoffel und Kanaken" ja, Rassismus nein

Der ehemalige deutsche Teamspieler behauptet, dass die Bezeichnungen "nur Flachs" waren.

Der ehemalige Teamspieler Lukas Podolski hat Berichte über einen kulturellen Riss im deutschen Nationalteam zurückgewiesen, aber eingeräumt, dass sich Spieler im Spaß als "Kanaken" und "Kartoffeln" bezeichnet haben. "Deutschland ist ein Multi-Kulti-Land, und wie auf der Straße werden auch in der Nationalmannschaft ein paar lockere Sprüche untereinander gemacht", sagte Podolski der Bild.

"Ausdrücke wie ' Kanaken' und 'Kartoffeln' fielen auch schon bei der EM 2016. Jeder von uns weiß dabei, dass es als Flachs gemeint ist", fügte der 33-jährige Weltmeister von 2014 hinzu, der 2016 nach insgesamt 130 Länderspielen aus dem DFB-Team zurückgetreten war und seit 2017 in Japan bei Vissel Kobe unter Vertrag steht.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte zuvor berichtet, dass durch das Team in Russland ein kultureller Riss gegangen sei, zwischen Spielern mit Migrationshintergrund und jenen ohne ausländische Vorfahren ("Kanaken" und " Kartoffeln"). Podolski, der polnische Wurzeln hat, sagte der Zeitung dazu: "Da versuchen Leute von außen nach der unglücklichen WM Dinge hereinzubringen, die so einfach nicht richtig sind. (...) Rassismus hat damit nichts zu tun, und den gab es bei uns in all den Jahren nicht, die ich dabei war."

Gündogan: "Witze über Instagram-Postings"

Auch der nach seinem Foto mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan umstrittene Teamspieler  Ilkay Gündogan behauptet, innerhalb des Teams keinen Rassismus erfahren zu haben. "Natürlich gab es hier oder da mal einige Witze über gewisse Instagram-Postings. Das war aber jederzeit immer nur als Spaß zu verstehen und hatte definitiv auch nichts mit Rassismus zu tun", sagte der türkischstämmige Mittelfeldspieler, der seine Teamkarriere trotz heftiger Kritik fortsetzen will. "Falls ich nominiert werden sollte, dann sehe ich keinen Grund, nicht weiterzumachen".

Auch zu den öffentlichen Anfeindungen gegen ihn nach dem "Erdogan-Gate" äußerte sich der Spieler von Manchester City in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. "Ich habe mein Leben lang fast ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht, aber es gibt Leute, die das entstandene Foto für sich politisch genutzt haben. Und in diesem Zusammenhang wurde dann auch teilweise die Grenze zum Rassismus überschritten", sagte Gündogan.

"Einfach nicht richtig"