Sport | Fußball
10.06.2018

Österreich kann auch die Samba-Tänzer aus dem Takt bringen

Die Foda-Elf will am Sonntag (live im KURIER-Ticker und in ORF eins) Brasilien fordern und auch ärgern.

Die Testspiel-Trilogie erreicht ihren finalen Höhepunkt. Nach dem WM-Veranstalter und dem aktuellen Weltmeister bekommt es Österreichs Team nun mit dem Rekordweltmeister zu tun. Fodas Elf misst  heute (16 Uhr/live  ORFeins) mit Brasilien die Kräfteverteilung, ehe man sich als WM-Zuschauer in den (durchaus verdienten) Urlaub verabschiedet.

Zwei umjubelte Siege feierte man zuletzt, unter dem mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Teamchef kann man nach fünf Spielen immer noch eine weiße Weste anziehen. Gut möglich, dass sie heute von Neymar und seinen Kollegen angepatzt wird im ausverkauften Happel-Stadion, doch mit möglichen Flecken kann selbst Foda durchaus leben, weil für ihn das Ergebnis nicht der höchste Indikator ist, um den Test als gelungen zu beurteilen. Weit mehr Wert legt er ohnehin auf die Leistung, die die zuletzt an den Tag gelegte Entwicklung fortführen soll.

Bestens vorbereitet

„Alles ist gut“, befindet Foda nach seinen Eindrücken der letzten Trainingstage in Bad Tatzmannsdorf. Stark habe man trainiert, sich konzentriert präsentiert, „der Konkurrenzkampf wurde hochgehalten.“ Arnautovic ließ sich selbst von einem Mittelhandknochen-Bruch nicht stoppen. Grund genug, „optimistisch ins Spiel  zu gehen“, wie auch Kapitän Julian Baumgartlinger anmerkt. „Wir wissen, was auf uns zukommt.“ Nämlich mindestens dieselbe Qualität, die auch  Deutschland generell ins Treffen führt. „Wir sind Außenseiter“, stellt Franco Foda fest, „darüber braucht man nicht zu diskutieren.“
Doch Träume müssen erlaubt sein, denn „nur so sind große Erfolge in Zukunft möglich“. Warum also nicht den Traum vom Sieg auch gegen Brasilien realisieren? „Wir sind sicher imstande, Chancen zu kreieren“, weiß Foda. Immerhin hat man dies schon gegen Deutschland unter Beweis gestellt.

Kaum Unterschiede

Der Unterschied zwischen Deutschen und Brasilianern ist – wenn überhaupt – marginal. „Beide Teams verfügen über unglaubliche individuelle Qualität. Und beide Mannschaften spielen dominant“, weiß Baumgartlinger. Gegen Deutschland hatte man  in der Anfangsphase Probleme mit der Schnelligkeit eines Sané und der Technik eines Özil. „Auch die Brasilianer haben in der Offensive große Klasse. Die müssen wir in den Griff bekommen“, hofft Baumgartlinger.

Foda wirft seine Philosophie auch bei einem großen Namen wie Brasilien nicht über den Haufen. „Unsere Intention wird immer sein, aktiv aufzutreten. Zu 90 Prozent müssen wir eigene Ideen haben.“ Nur gelingt das nicht immer, aus verständlichem Grund: „Es  gibt ja auch einen Gegner,  der auch seine Ideen hat.“ Und Ideen von Deutschland und Brasilien sind zumeist sehr kreativ und gut.

Kaum Änderungen

Genau genommen hat Franco Foda kaum einen Grund, um seine Startelf zu verändern. „Natürlich habe ich Überlegungen zu Veränderungen, aber jene, die gegen Deutschland gespielt haben, hätten sich auch jetzt einen Einsatz verdient.“  Noch schwankt er in taktischer Hinsicht zwischen einer Dreier- und  einer Vierer-Abwehrkette, zumal die Brasilianer mit drei Stürmern anzugreifen pflegen.