Dominik Thalhammer

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Sport Fußball
01/21/2020

ÖFB: Eine neue Trainings-Methodik soll Fußballer besser machen

Dominik Thalhammer präsentiert "Players first" und will sich künftig "in anderen Dimensionen bewegen".

von Andreas Heidenreich

Marcel Koller war als Teamchef darauf bedacht, die Gegner mit hohem Angriffspressing früh zu stören. Nachfolger Franco Foda attackiert meist weiter hinten – im Mittelfeld.

Kritiker fordern nicht nur eine Abkehr davon, sondern generell auch ein einheitliches Auftreten aller ÖFB-Auswahlen bis hin zur U-15. Schließlich hat auch Red Bull Salzburg genau so seit Jahren den Erfolg gepachtet. Eine Durchgängigkeit war dem Fußballbund zuletzt nicht zu entlocken.

Dominik Thalhammer, der Chef der Trainerausbildung, ging am Freitag noch einen Schritt weiter. Jedoch in eine andere Richtung. „Brauchen wir als Verband eine Spielphilosophie im herkömmlichen Sinn? Ich sage: Nein“, referierte der Damen-Teamchef in der Südstadt bei der alljährlichen Trainerfortbildung und präsentierte ein neues Projekt.

„Players first“ nennt sich eine Methodik, nach der junge Fußballer in ganz Österreich in Zukunft ausgebildet werden sollen. „Ich denke es ist viel mehr als eine Spielphilosophie. Es ist eine Idee, wie man die Spieleffizienz und Erfolge erhöhen kann. Es ist ein Hilfsmittel, ein Kompass für jeden Trainer.“

Bei „Players first“ gehe es um eine noch bessere Ausbildung, die den Spielern dabei helfen soll, die richtige Entscheidung auf dem Platz zu treffen. Und zwar nicht nur in Ballbesitz. „Die Bewegung ohne Ball ist ganz wesentlich“, betont Thalhammer. Schließlich sei im modernen Fußball jeder Spieler im Schnitt nur zwei von 90 Minuten im Ballbesitz.

Kreativität

„Im Gegensatz zu anderen Spielphilosophien steht hier der Spieler und seine Aufgabe im Fokus. Es geht uns nicht darum, zu vereinheitlichen und zu sagen, man muss so oder so spielen, sondern darum, Spieler zu entwickeln, die sich in unterschiedlichen Systemen zurechtfinden. Wir wollen mutige, kreative und proaktive Spieler. Und die kriegt man nicht, wenn man ihnen sagt: Du musst in einer Phase des Spiels so oder so agieren.“

Entwickelt wurde die Idee nach der Übernahme von Peter Schöttel als neuem Sportdirektor, der die Diskussion um eine einheitliche Philosophie intern angeheizt hat. Thalhammer: „Wir wollten nicht von anderen Verbänden abkupfern, sondern etwas eigenes schaffen, das die Kraft hat, den Fußball nachhaltig zu verändern.“

Das Konzept sei in trockenen Tüchern. „Wir haben es in Fortbildungen vorgestellt. Die Inhalte werden bereits in Trainerausbildungen gelehrt.“ Anwendbar sei es in allen Bereichen, bei Profis über die Akademien bis in die Landesausbildungszentren.

„Wenn ich in die Zukunft schaue, ist es mein Wunsch, dass wir eine Nische gefunden haben, durch die wir uns in ganz andere Dimensionen bewegen können.“

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