Neulengbach-Spielerinnen schlecht beraten? VdF kritisiert Gewerkschaft
Der Frauenfußball in Neulengbach ist Geschichte.
Mit dem Ablauf der Frist in der Nacht auf Freitag ist klar, dass der professionelle Frauenfußball beim SV Neulengbach Geschichte ist. Der Verein, trainiert von Andreas Ogis, liegt in der Liga auf Rang acht.
In einer Aussendung kritisiert die Spielervereinigung VdF nun die "younion Sportgewerkschaft". Diese habe in Bezug auf die Zahlungsschwierigkeiten beim SV Neulengbach bei der Beratung hauptsächlich auf die Vorteile des Vereins geachtet. Den Spielerinnen soll die Gewerkschaft zunächst massiv davon abgeraten haben, aus den Verträgen auszutreten, da dies schlecht für den Verein sei.
Allerdings: Sobald ein Insolvenzverfahren eröffnet ist, ist es den Spielerinnen nicht mehr möglich, aus ihren Verträgen auszusteigen. Dies bringt verbandsrechtliche, arbeitsrechtliche und insolvenzrechtliche Nachteile für die Spielerinnen mit sich, schreibt die VdF. Aus diesem Grund haben einige Spielerinnen, die sich an die VdF gewandt haben, am Sonntag ihre Verträge berechtigt beendet.
Anstiftung zu falschen Angaben?
Laut Aussagen von Spielerinnen, sollen diese zudem dazu aufgefordert worden sein, im Zuge des Lizenzierungsverfahrens falsche Angaben zu machen. Sie sollten bestätigen, dass sie ausstehende Zahlungen erhalten haben und keine schriftlichen Verträge mit dem Verein gehabt haben, obwohl das zu diesem Zeitpunkt nicht der Wahrheit entsprach. Den Spielerinnen wurde immer wieder suggeriert, dass es schlecht für den Frauenfußball und die Frauenliga sei, wenn ein Verein nicht mehr weiterspielt oder keine Lizenz bekommt. Nicht nur hätten die Spielerinnen dadurch ihren Rechtsanspruch auf ihre Gelder verloren, einer mutmaßlichen Falschangabe stehen auch erhebliche Strafen gegenüber.
VdF-Vorsitzender Gernot Baumgartner war "fassungslos": "Fußballerinnen oder Fußballer in so einer schwierigen Situation richtig zu beraten, ist kein Kindergeburtstag – es benötigt viel Erfahrung, Ausbildung, Unabhängigkeit und Rückgrat."
Auf der anderen Seite bedankt sich die sportliche Leiterin Maria Wolf bei der younion: "Ich möchte mich bei younion für den lösungsorientierten, konstruktiven Austausch bedanken. (...) Die Sportgewerkschaft hat immer das große Ganze im Blick gehabt und mitgezittert bis zum Schluss." Sie selbst war interessanterweise schon am Freitag ausgetreten...
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