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Sport Fußball
03/15/2019

Nach dem Salzburger Ausscheiden gegen Napoli: "Wir sind stolz"

Sportchef Christoph Freund reagierte auf das Ende der Europa-League-Saison im Achtelfinale durchaus positiv.

von Stephan Blumenschein

Es war wieder einmal eine magische Europacup-Nacht in einer ausverkauften Salzburger Red-Bull-Arena. Nur das Ergebnis war zwar sehr positiv, aber eben nicht magisch. Denn es reichte nicht zum Aufstieg: Österreichs Tabellenführer Salzburg besiegte den italienischen Tabellenzweiten SSC Napoli im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinales zwar mit 3:1, schied aber wegen der 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel aus.

Nach dem Schlusspfiff gab es für die Salzburger zunächst Standing Ovations von den mit 29.520 Zuschauern gefüllten Tribünen und dann in der Pressekonferenz auch viel Lob von Napoli-Starcoach Carlo Ancelotti, der wusste, dass seine Mannschaft gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen ist: „Das ist eine wirklich starke Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die eine hohe Qualität haben. Sie haben einfach einen sehr guten Rythmus im Spiel. Über die Stärke Salzburgs ist eigentlich schon alles gesagt, wenn man einfach bedenkt, dass diese Mannschaft letztes Jahr bis ins Europa-League-Semifinale gekommen ist.“

Salzburg-Trainer Marco Rose war nach dem unglücklichen Ausscheiden seiner Truppe, die letztlich dafür bestraft worden ist, dass man im Hinspiel durch Dabbur und Gulbrandsen zwei Topchancen ausgelassen hat, Hin- und Hergerissen: „Es ist eine Mischung aus großer Enttäuschung und Stolz, auf die Mannschaft und die Fans. Fußball ist Entwicklung und Tagesgeschäft. Wir haben auch heute gut reagiert auf ein Hinspiel, die Jungs haben extrem viel investiert und haben guten Fußball gespielt.  Wir sind leider bitter bestraft worden für einen frühen Fehler.“  

Auch die Spieler sahen die bravouröse Leistung, die zwar viel Lob brachte, aber eben nicht zum anvisierten Aufstieg ins Viertelfinale führte, zwiespältig. "Wir haben zwar keinen Grund zu feiern, aber wir können sehr stolz auf die Leistung sein. Gegen so eine starke Mannschaft musst du alle Prozente rauskitzeln, das haben wir gemacht und daher verdient gewonnen", meinte Stefan Lainer. Der Rechtsverteidiger, der im Sommer 2018 kurz vor einem Wechsel zu Napoli gestanden war, wusste, woran es letzlich lag: "Entscheidend war, dass sie das Auswärtstor gemacht haben und wir nicht. Wir haben in Neapel zu viel liegen gelassen. Aber wir haben heute bewiesen, was in uns steckt, dass wir so eine Top-Mannschaft auch schlagen können."

Talentprobe

Nach Spielendende lagen Freud und Leid dicht beieinander, wie Dominik Szoboszlai befand. "Wir sind zufrieden mit der Leistung, aber enttäuscht, weil wir ausgeschieden sind", sagte der Teenager. "Wir haben aber heute ganz Europa gezeigt, wie wir Fußball spielen können. Das wollen wir jetzt in die nächsten Wochen mitnehmen und die Meisterschaft und den Cup gewinnen", erklärte der 18-jährige Ungar, der bei seinem Europacup-Debüt im Mittelfeld eine Leistung wie ein Routinier ablieferte. "Ich bin nie nervös. Ich habe das gemacht, was ich kann, und ich glaube, dass es gut gelaufen ist."

 

Die Europacupsaison der Salzburger ist damit um zwei Runden früher zu Ende als vor einem Jahr, als ja erst im Semifinale gegen Olympique Marseille Endstation war. Sportchef Christoph Freund sah die Angelegenheit trotzdem positiv: "Das Herz blutet nicht, wir sind stolz, das war ein unglaublicher Europacup-Abend. Nur eines ist nicht perfekt: Wir sind nicht weiter gekommen. Es war wieder eine außergewöhnliche Europacup-Saison. Wir hätten es uns verdient gehabt, mit einem 5:1 weiter zu kommen."

Der Langzeitfunktionär hat schon die nahe Zukunft im Visier: "Unser Ziel ist die Champions League, jetzt folgt ein heißer Kampf in der Liga. Mir ist nicht bange, aber wir müssen auf dem Gas drauf bleiben." In der Bundesliga läuft es für die Salzburger momentan alles andere als perfekt. In dieser konnte der LASK in den drei Frühjahrsspielen schon fünf Punkte aufholen. Und die Punktehalbierung nach dem Grunddurchgang macht die Angelegenheit noch enger. Auch Trainer Rose weiß das: "Es kommen ganz wichtige Wochen auf uns zu. Wir haben gezeigt, dass wir da sind, dass wir das Können haben. Wir haben noch viele Ziele. Die wollen wir jetzt erreichen."