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Sport Fußball
06/13/2019

Nach Aus in St. Pölten: Popovic hofft auf "korrektes Ende"

Popovic erfuhr Donnerstagfrüh von der Trennung. Schmidt gilt als Favorit für die Nachfolge.

von Alexander Huber

Die lange Liste der in der Bundesliga verabschiedeten Trainer wurde elf Tage nach Saisonende noch um einen Namen ergänzt: Ranko Popovic kommt aus dem Urlaub in seiner zweiten Heimat Spanien nicht mehr als Chefcoach zurück nach St. Pölten. Nur acht Monate nach der Verpflichtung als Nachfolger von Didi Kühbauer ist beim SKN Schluss.

"Ich habe es Donnerstagfrüh erfahren. Am Montag wollte ich den Trainingsstart leiten. Jetzt komme ich eben, um das Vertragliche zu klären. Mir war es mit allen Vereinen wichtig, ein korrektes Ende zu finden. Ich hoffe, das ist wieder möglich", sagt der vorerst beurlaubte Popovic zum KURIER. Allzu lange arbeitslos dürfte der stets freundliche Serbe mit österreichischem Pass nicht bleiben. In Spanien sollen sich schon die ersten Interessenten gemeldet haben.

Warum war nach der besten Saison des SKN in der Vereinsgeschichte mit dem Erreichen der Meistergruppe und Platz sechs überhaupt Schluss? "Wir haben keine ausreichende Entwicklung des Teams gesehen", begründet SKN-Manager Andreas Blumauer. Auch die 14 Niederlagen in 24 Spielen (nur 0,75 Punkte im Schnitt) waren nach dem Höhenflug unter Kühbauer alles andere als ein  Pluspunkt. 

Es ging aber auch um Atmosphärisches: Popovic hatte im Oktober in letzter Sekunde Favorit Manfred Schmid ausgebremst, weil nur der Ex-Sturm-Verteidiger zusicherte, den Kühbauer-Stil fortzuführen. Tatsächlich baute Popovic aber nach zwei Niederlagen flott um und wollte wie sein Lehrmeister Osim spielen lassen. 

Red-Bull-Kandidat

Bereits vor dem Start der Meistergruppe wackelte Popovic. Auch damals war der Favorit auf die Nachfolge im Gespräch: Alexander Schmidt. Der 50-jährige Deutsche hatte damals aber noch einen laufenden Vertrag bei Red Bull. Jetzt ist der Ex-U-18-Coach, der auch schon Cheftrainer bei 1860 München war, frei.

Von den schnellen Kontern unter Kühbauer, über die gewünschten Ballstafetten unter Popovic würde es künftig unter Schmidt also mehr Richtung Angriffspressing gehen. Sein Trainerteam mit einer lokalen Verstärkung soll bereits stehen und vor dem Trainingsstart vorgestellt werden.

Das größte Problem des SKN kann aber kein Chefcoach beeinflussen. Die Einschätzung der St. Pöltner, dass der CAS die seit Winter laufende Transfersperre umgehend beenden wird, war falsch. Es gibt kein Urteil und auch keine Zeitangabe über weitere Schritte vom Sportgericht. Besonders in der Offensive herrscht Handlungsbedarf: Mit Fountas (Transfer zu Rapid) und Pak (Knöchelbruch) fehlen die zwei Besten.