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Sport Fußball
07/02/2022

Hat die Vienna Missbrauchsvorwürfe vertuscht?

Laut Kronen Zeitung soll sich ein Ex-Trainer an Spielerinnen vergriffen haben. Zwei Anzeigen aus der Frauenmannschaft liegen vor.

Bei der Vienna ging es zuletzt nur bergauf. Nach der Rückkehr in die zweite Liga diesen Sommer muss man sich beim ältesten Fußballklub Österreichs nun aber mit schwerwiegenden Missbrauchs- und im Zuge dessen sogar Vertuschungsvorwürfen beschäftigen. Wie die Kronen Zeitung berichtet, läuft gegen einen ehemaligen Trainer der Döblinger Frauenmannschaft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Wien.

Demnach liegt der Verdacht der geschlechtlichen Nötigung und des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses vor. Zwei Anzeigen der Frauenmannschaft sollen den Stein ins Rollen gebracht haben. Die Vorfälle sollen zwar einige Jahre zurückliegen, klubintern aber dennoch bekannt gewesen sein. „Die Vereinsverantwortlichen sollen nichts unternommen haben“, wird dabei ein Insider anonym zitiert.

„Es ist ein laufendes Ermittlungsverfahren, mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht sagen“, erklärte Vienna-Sprecher Christian Kopf. Der verdächtigte ehemalige Trainer soll jedoch längst nicht mehr beim Verein sein.

Vienna nimmt Vorwürfe "sehr ernst"

Die Vienna hat zu den am Samstag erhobenen Missbrauchsvorwürfen Stellung genommen. Man nehme die Sache "sehr ernst", hieß es in einem Statement auf der Vereins-Website. Darin wurde auch bekannt gegeben, dass "Kontaktdaten aller Spielerinnen, die in Mannschaften des jetzt unter Verdacht stehenden Trainers waren, an die Behörden weitergeleitet worden sind". Die Vorfälle würden "mehrere Jahre" zurückliegen.

Die Vienna betonte, mit dem Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft in Kontakt zu stehen, "um bei der Aufarbeitung des Sachverhaltes helfend zu unterstützen. Wir haben nach bekannt werden umgehend ein Team zusammengestellt, das die Vorwürfe prüft", hieß es in dem Statement. "Lückenlose und transparente Aufklärung" stehe ebenso im Fokus wie " die Einführung von zusätzlichen Maßnahmen, um Machtmissbrauch und persönlichen Übergriffen jeder Art künftig noch besser vorzubeugen".

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