Die Paderborn-Fans demonstrierten erfolgreich.

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Sport | Fußball
06/20/2019

Leipziger Rückzug: Der Red-Bull-Klub geht vor Fans in die Knie

Der deutsche Champions-League-Starter wird doch nicht mit dem Liga-Rivalen Paderborn kooperieren.

RB Leipzig und der SC Paderborn nehmen Abstand von ihrer viel kritisierten geplanten Zusammenarbeit. „Der SCP07 und RB Leipzig sind übereingekommen, dass ein zielgerichteter fachlicher Austausch im Rahmen der geplanten sportlichen Kooperation unter den gegebenen inhaltlichen Rahmenbedingungen auf Grund unterschiedlicher Ansichten nicht wie geplant umsetzbar ist“, heißt es in einer Mitteilung der beiden deuschten Bundesligisten vom Mittwoch. Der Champions-League-Teilnehmer und der Aufsteiger seien nach Gesprächen in den vergangenen Tagen zu dieser Erkenntnis gekommen, nachdem es davor wochenlang Proteste gegen die Zusammenarbeit gegebene hatte.

Bei der Vorstellung des vorherigen Paderborn-Süprtchefs Markus Krösche als neuer Sportdirektor des deutschen Red-Bull-Klubs hatte Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff Anfang des Monats die Kooperation bekanntgegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler in Zukunft erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt, hatte Mintzlaff gesagt. Später erklärte Paderborn, die Möglichkeit von Spielerleihen sei besprochen worden, stehe aber „sicherlich nicht im Vordergrund“.

Heftige Reaktionen

Daraufhin war in den sozialen Medien ein Shitstorm besonders gegen die Leipziger losgegangen. Besonders Paderborner Fans hatten die Kooperation scharf kritisiert und mit Boykott der Heimspiele der Ostwestfalen gedroht. Paderborn-Präsident Elmar Volkmann zeigte sich von "den heftigen Reaktionen überrascht". Und Markus Krösche, der mit seinem Wechsel vom Managerposten in Paderborn auf den Job des Sportvorstands nach Leipzig den ganzen Wirbel erst ausgelöst hatte, sagte dem Westfalen-Blatt: "Mit dieser negativen Dynamik hat bei uns keiner gerechnet."

Auch von anderen Bundesligisten war die Kooperation äußerst kritisch gesehen worden. Der Geschäftsführer des 1. FC Köln, Alexander Wehrle, war im Fußball-Fachmagazin Kicker bereits vorgeprescht: "Wir sprechen hier von zwei Klubs aus derselben Liga. Das sollte man schon sehr genau prüfen." In der Mitteilung vom Mittwoch heißt es, die „ursprünglichen Kooperationsansätze“ hätten auf dem ausdrücklichen Wunsch des SCP basiert. Die gegenseitige Wertschätzung beider Klubs bleibe bestehen.