Der Ballermann: Schweinsteiger bejubelt den Finaleinzug bei der EURO 2008 in der Schweiz und Österreich.

© Reuters/FATIH SARIBAS

Neuer DFB-Kapitän
09/02/2014

Schweinsteiger: Zehn Jahre Nationalmannschaft

Schweinsteiger krönte seine Team-Karriere mit dem WM-Titel in Brasilien. Nun wurde er zum Kapitän ernannt.

Zehn Jahre ist es her. Wirkt wie eine halbe Ewigkeit im schnelllebigen Fußballgeschäft. Es war 2004, als Bastian Schweinsteiger erstmals im Kreise der deutschen Nationalmannschaft aufgetaucht war. Der Start war nicht einfach für den 19-Jährigen. Am 6. Juni im Test gegen Ungarn in Kaiserslautern gab der Blondschopf sein Debüt. 0:2, eine Niederlage, der weitere folgen sollten. Kurz darauf schied Deutschland mit Schweinsteiger und Trainer Rudi Völler bei der EM-Endrunde in Portugal in der Vorrunde aus.

Seitdem ist keine deutsche Mannschaft mehr bei einem großen Turnier so früh gescheitert. Vielleicht auch, weil nach der Enttäuschung ein Umbruch stattgefunden hat, eine neue Mannschaft mit Spielern wie Lahm, Podolski und eben Schweinsteiger aufgebaut wurde. Aus Senkrechtstarter „Schweini“ wurde über die Jahre der Anführer im deutschen Team. „Poldi und ich waren mit Abstand die Jüngsten. Es hat sich viel verändert, nicht nur fußballerisch, auch von der Erwartungshaltung“, erinnerte sich Schweinsteiger vor seinem Jubiläum, das ihm Lobeshymnen und Huldigungen seiner Wegbegleiter eingebracht hat.

Sympathien

„Sein Weg ist mir so sympathisch, weil er, ähnlich wie ich, schon früh das Bestreben hatte, eine Ära prägen zu wollen. Weil Bastian kein Typ ist, der für zehn Vereine spielen will“, betonte etwa Oliver Kahn. Deutschlands aktueller Kapitän Philipp Lahm bezeichnete Schweinsteiger als „Weltklassespieler, der sich durchsetzt, Präsenz zeigt und eine Mannschaft mitreißen kann.“ Österreichs Starkicker David Alaba, seit 2009 Mannschaftskollege von Schweinsteiger in München, beschreibt den Jubilar so: „Bei Bayern ist Bastian das Herz der Mannschaft und der Chef auf dem Platz. Er regelt das Tempo auf dem Platz mit seinem intelligenten Spiel.“

Trotz allem war und ist Schweinsteiger nicht immer unumstritten. Vom Deutschen Boulevard wurde er mehrmals als „Chefchen“ verspottet, weil er nach Ansicht der Kritiker seinem Anspruch des Führungsspielers im Team nicht immer gerecht wurde. Das verlorene Champions-League-Finale 2012 gegen Chelsea mit verschossenem Elfmeter wurde ebenso an ihm festgemacht wie das Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien wenige Wochen später .„Dass das Geschäft gnadenlos ist, weiß keiner besser als Bastian. „Er kann besser mit Rückschlägen umgehen als unsereins damals“, betont Kahn, der es selbst auf „nur“ 86 Länderspiele gebracht hat.

Als zwölfter deutscher Fußballer stieg Schweinsteiger beim Abschluss der WM-Qualifikation in Schweden in den illustren Klub der Hunderter auf. „Diese Zahl erfüllt einen mit Stolz. Das ist nicht selbstverständlich. Ich hoffe, es kommen noch viele Länderspiele dazu“, sagte der 29-Jährige – und vor allem auch der ersehnte Titel im Nationaltrikot.

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