Homosexuelle Spielerinnen bei Marokko? Aufregung um Reporter-Frage

FIFA Women’s World Cup Australia and New Zealand 2023 - Morocco Press Conference
Ein BBC-Reporter sorgte vor dem WM-Debüt Marokkos für Aufsehen. "Gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen" werden dort strafverfolgt.

Mit der Frage nach der sexuellen Orientierung von Spielerinnen des Teams von Marokko hat ein BBC-Reporter bei der Fußball-WM in Melbourne für Aufregung gesorgt. Bei der offiziellen Pressekonferenz am Sonntag vor dem Montag-Match gegen Deutschland wurden Coach Reynald Pedros und Kapitänin Ghizlane Chebbak gefragt, ob es homosexuelle Spielerinnen in der Equipe gibt. Wie The Athletic berichtete, habe der vom Weltverband (FIFA) eingesetzte Moderator die Befragung gestoppt.

Marokkanische Medienvertreter hätten "hörbar bestürzt" auf die Frage reagiert. Laut der Sicherheitshinweise des deutschen Auswärtigen Amtes können "gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen" in dem nordafrikanischen Land strafverfolgt werden. Nouhaila Benzina wird die erste Spielerin sein, die bei einer Frauen-WM einen Hidschab tragen wird. Marokko hat sich als erstes arabisches Land für eine Fußball-WM der Frauen qualifiziert.

"Wir fühlen uns geehrt, das erste arabische Land zu sein, das an der Frauen-Weltmeisterschaft teilnimmt", sagte Kapitänin Ghizlane Chebbak. "Wir haben das Gefühl, dass wir eine große Verantwortung übernehmen müssen, um ein gutes Image zu vermitteln und die Erfolge zu zeigen, die die marokkanische Fußball-Mannschaft durch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft erzielt hat."

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