Uli Hoeneß tritt von der Bühne ab.

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Sport Fußball
08/29/2019

Hoeneß-Rückzug nach vier Jahrzehnten bei Bayern fix

Der 67-Jährige kandidiert nicht mehr als Präsident des deutschen Rekordmeisters.

Die Zäsur beim FC Bayern München ist seit Donnerstag offiziell: Uli Hoeneß wird sich nach vier Jahrzehnten aus der Führungsspitze des FC Bayern München zurückziehen. Der 67-Jährige will am 15. November nicht wieder als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters kandidieren. Seinen Vorsitz im Aufsichtsrat möchte er in der ersten Sitzung nach der Jahreshauptversammlung zur Verfügung stellen.

Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates wird Uli Hoeneß aber für die Dauer seiner Bestellung bis November 2023 weiterhin wahrnehmen. Das teilten die Münchner am Donnerstagabend mit.

Selten hat so ein Mann einen Verein geprägt wie Uli Hoeneß den FC Bayern. 

Neun Jahre lang spielte der 1952 in Ulm geborene Rechtsaußen für die Münchner, wurde mit seinem Spezi Ger Müller (li.) drei Mal deutscher Meister, ebenso oft holte er den Europacup der Landesmeister.

Vor über 40 Jahren, genauer gesagt im Mai 1979, begann Hoeneß als Manager beim Rekordmeister, 2009 wurde er erstmals zum Präsidenten gewählt.

Unterbrochen wurde seine Präsidentschaft von der Gefängnisstrafe, die Hoeneß wegen Steuerhinterziehung anzutreten hatte.

"Uli ist so etwas wie der Papa des FC Bayern", sagte einst Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und bezeichnete Hoeneß als "einen Menschen, der für alle und alles Verantwortung übernimmt".

Am 17. Dezember 2018 wurde Hoeneß als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG für die kommenden vier Jahre wiedergewählt.

Viele große Trainer waren während der Hoeneß-Regentschaft in München tätig, so etwa Jupp Heynckes.  

Ebenso große Spieler - wie Franck Ribery, der in diesem Sommer München den Rücken kehrte.

Bei den Fans genießt der Wurstfabrikant eine Ausnahmestellung. 

Seinen Würsten blieb der Weltmeister von 1974 dennoch treu. 

Ebenso seiner Frau Susanne.

Nun ist es an der Zeit, Hut zu nehmen. 

Eines ist sicher: Es wird ein schmerzhafter Abschied. 

Adidas-Chef soll übernehmen

Beide Spitzenämter von Hoeneß soll der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen. Der 65-Jährige fungiert aktuell bereits als Hoeneß' Stellvertreter im Aufsichtsrat. Die persönliche Entscheidung habe er am Ende eines "langen Prozesses" getroffen, hatte Hoeneß schon zuvor gesagt. Am Freitag (12.30 Uhr) will er sich in einer Pressekonferenz in der Allianz Arena äußern.

Hoeneß hatte zunächst am Mittwoch seine Präsidiumskollegen informiert, am Donnerstag teilte er dann seinen Entschluss dem Aufsichtsrat mit. Dem Verwaltungsbeirat, der satzungsgemäß das Vorschlagsrecht für die Präsidentschaftskandidaten hat, empfahl der 67-Jährige, Hainer als seinen Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu nominieren. Das Gremium kam dieser Empfehlung nach. Dieter Mayer und Walter Mennekes sollen Vizepräsidenten bleiben.

Mister Bayern

Vor über 40 Jahren begann Hoeneß als Manager beim Rekordmeister, 2009 wurde er erstmals zum Präsidenten gewählt. Der einstige Weltklassestürmer und Weltmeister von 1974 ist froh, dass er viele Weichen in seinem Verein gestellt hat. Neben Hainer hat er Ex-Kapitän Oliver Kahn (50) als designierten Nachfolger für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) gewonnen, der Ende 2021 aufhören will.

Durch Trainer Kovac, Sportdirektor Hasan Salihamidzic sowie die Vorstände Jan-Christian Dreesen und Jörg Wacker hat Hoeneß schon zuvor etliche Positionen mit Leuten seiner Wahl besetzt.