Sport | Fußball
05.04.2018

Guardiola nach Attacke auf ManCity-Bus wütend

Liverpool-Hooligans bewarfen den Bus mit Flaschen. Der Katalane musste an Dortmund denken.

Auf der Fahrt zum Champions-League-Viertelfinalspiel beim FC Liverpool am Mittwochabend ist der Mannschaftsbus von Manchester City bei Krawallen beschädigt worden. „Wir entschuldigen uns uneingeschränkt bei Pep Guardiola, seinen Spielern, den Mitarbeitern und Offiziellen, die von dem Zwischenfall betroffen waren“, teilte Liverpool am Mittwochabend auf der Klub-Website mit.

„Das Verhalten einiger Personen war komplett inakzeptabel und der Verein wird vollständig mit den Behörden kooperieren, um die Verantwortlichen zu identifizieren“, heißt es in dem Statement weiter. Medienberichten zufolge soll durch Flaschen und andere Wurfgeschoße ein Fenster des Busses zerstört, aber niemand verletzt worden sein.

Auch Liverpools Teammanager Jürgen Klopp entschuldigte sich noch vor dem Anpfiff. "Ich verstehe das wirklich nicht", sagte der Deutsche: "Wir hatten alles versucht, um eine solche Situation zu verhindern."

Sein Kollege Guardiola kritisierte die Sicherheitsbehörden. Die Medien hätten vorher geschrieben, "dass das passieren wird - und es passierte", sagte der Katalane: "Normalerweise, wenn die Polizei weiß, dass es passieren wird, verhindern sie so etwas." Er sei mit seinem Team "gekommen, um Fußball zu spielen, es ist Sport. Ich verstehe das nicht."

Zudem forderte der 47-Jährige generell mehr Schutz für Teambusse und erinnerte an den Bombenanschlag auf den Bus von Borussia Dortmund vor einem Jahr. "Nach all dem was in Dortmund passiert ist, hätte ich so etwas wirklich nicht erwartet," sagte Guardiola bei BT Sport.

"Es ist Halbzeit, nicht mehr"

Beim 3:0-Sieg beeindruckte Jürgen Klopp vor allem die Leistung in den ersten 45 Minuten. "Das war, wie Fußball aussehen sollte", sagte der Deutsche. Entschieden sei das britische Gigantenduell aber noch nicht, warnte Klopp. "3:0 vorne, das ist gut. Aber es ist Halbzeit, nicht mehr."

Mit drei Toren führten die "Reds" vor vollbesetztem Haus an der Anfield Road schon in den ersten 31 Minuten eine Vorentscheidung herbei. Mohamed Salah (12.), Alex Oxlade-Chamberlain (21.) und der Ex-Salzburger Sadio Mane (31.) ebneten nicht nur den Weg zu einem weiteren Sieg gegen den überlegenen Premier-League-Tabellenführer, auch die Türe zum ersten Halbfinale seit 2008 ist weit offen.

Klopp lobte sein Team, das eine nahezu perfekte Vorstellung in der ersten Hälfte gezeigt habe. "Wir wussten von der Qualität von City, aber auch von unserer Qualität", meinte der frühere Dortmund-und Mainz-Trainer. "Wir waren in allen Bereichen des Spiels sehr aktiv, haben die Räume perfekt besetzt, waren sehr lebendig beim Schließen von Lücken."

Mit 31 Treffern ist Liverpool die Tormaschine der Champions League. Kein Team war in dieser Hinsicht erfolgreicher, auf Platz zwei liegt das bereits ausgeschiedene Paris Saint-Germain mit 27 Volltreffern. Diesmal stimmte bei den "Reds" aber auch die defensive Stabilität, was in dieser Saison gegen hochklassige Konkurrenten nicht häufig der Fall war.

Klopp hob hervor, dass City in mehr als 90 Minuten keinen einzigen Torschuss zustande brachte. "Ich weiß nicht, wie wir das gemacht haben. Das kann man nicht planen, das wäre komplett verrückt", hielt er fest. "Das ist wirklich selten. Sie sind ein fantastisches Fußballteam", lobte er den Gegner.

Im direkten Vergleich mit Guardiola hat Klopp nun zwei Siege mehr als der Spanier, der sich hinsichtlich des Rückspiels am kommenden Dienstag im Etihad-Stadion kämpferisch gab. "In diesem Raum gibt es wahrscheinlich niemanden außer der Person, die gerade spricht, der glaubt, dass wir noch aufsteigen können", sagte er bei der Pressekonferenz. "Das wird richtig hart, aber wir werden es versuchen." Mut macht den Fans, dass die "Citizens" Liverpool im September beim Liga-Heimspiel mit 5:0 abgeschossen hatten.

Römer Eigentore

Lediglich noch eine minimale Chance auf den Aufstieg hat die AS Roma nach einer klaren 1:4-Niederlage beim FC Barcelona. Zwei der vier Barca-Tore schossen sich die Römer durch Kapitän Daniele De Rossi und Kostas Manolas selbst. "Fußball ist ein Fehlerspiel. Man möchte den Gegner dazu zwingen, welche zu machen, und selber möchte man sie vermeiden", erklärte der siegreiche Trainer Ernesto Valverde.

Verteidiger Gerard Pique, der das 3:0 erzielte, attestierte den Italienern trotzdem eine gute Leistung. "Manche Leute haben fälschlicherweise gesagt, dass es für uns ein leichtes Los wäre, aber es ist wirklich für uns gelaufen. Vielleicht war die Roma ein bisschen defensiver eingestellt, als wir es erwartet haben, aber sie haben wirklich guten Fußball gezeigt." Barca-Kapitän Andres Iniesta freute sich über "ein gutes Resultat für uns".