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27.03.2018

Gegner Luxemburg: Der stärkste Kleinstaat Europas

Österreichs Testspielpartner liegt in der Weltrangliste immerhin auf Rang 83.

Das waren Zeiten, als man Gegner mit abfälligen Adjektiven beschreiben konnte. Bloßfüßig seien sie. Zur Jause würde man sie verspeisen, in Badeschlapfen gegen sie gewinnen. Vorbei sind die Zeiten, als im Europacup Teams wie Avenir Beggen oder Aris Bonneweg Laufkundschaft für Austria und Rapid waren. Österreich ist seit Salzburgs Trauma gegen Düdelingen gewarnt vor dem Gastspiel in Luxemburg.

Das kleine Land hat in seiner Geschichte 34 Länderspiele gewonnen, freilich eine überschaubare Anzahl. Doch 26 dieser Siege wurden seit dem Jahr 2000 gefeiert, ein Aufwärtstrend ist somit deutlich erkennbar. ÖFB-Teamchef Franco Foda weiß: „Es gibt keine Kleinen mehr. Länder wie Luxemburg haben aufgeholt.“ Recht hat er, der Deutsche in Österreichs Fußballdiensten.

Tiefpunkte in Luxemburgs Fußballgeschichte waren die Jahre 1980 bis 1985, in denen die Auswahl Luxemburgs 35 Niederlagen hintereinander einstecken musste. Doch diese Zeiten sind mehr als 30 Jahre vorbei.

Achtungserfolge

Im Oktober 2007 glückte mit dem 1:0 gegen Weißrussland der erste Sieg nach mehr als zwölf Jahren in einem EM-Qualispiel. Eine Sensation war das 2:1 am 10. September 2008 im WM-Qualifikationsspiel in Zürich gegen die hochfavorisierten Schweizer. Am 4. Juni 2014 gelang auch in Perugia eine Überraschung – 1:1 gegen Italien.

In der Qualifikation zur WM 2018 in Russland traf Luxemburg auf Bulgarien, Schweden, Weißrussland, auf die Niederlande und Vize-Europameister Frankreich. Sechs Punkte wurden geholt – ein Sieg gegen Weißrussland und drei Remis, darunter ein 0:0 in Frankreich. Luxemburg ist aktuell die Nummer 83 der Weltrangliste. Für den fußballerisch stärksten Kleinstaat Europas ist das die bisher beste Platzierung.

Ein Luxemburger zählt zu Europas größten Talenten: Vincent Thill war schon bei den Bayern und Juventus im Gespräch. Nun soll West Ham am 18-Jährigen interessiert sein, der schon 14 A-Länderspiele absolviert hat.

Thill könnte in die Fußstapfen des besten Fußballers Luxemburg treten. Juventus-Star Miralem Pjanic wuchs im Großherzogtum auf und lernte bei FC Schifflingen 95 das Fußballspielen. Mit 14 wechselte er in die Akademie des FC Metz – wie später auch Thill. Pjanic spielte bis zur U-17 noch für Luxemburg. Erst dann entschied er sich für sein Geburtsland Bosnien.