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27.08.2018

Rapid-Coach Djuricin: "Es fehlt uns Ruhe und Routine"

Beim 2:1-Heimsieg gegen Wacker Innsbruck gab es wieder mal Licht und Schatten.

Souverän ist die Generalprobe nicht ausgefallen. Im vierten Anlauf nimmt Rapid aber erstmals in dieser Saison einen Erfolg aus der Bundesliga mit in ein folgendes Europacup-Spiel. Am Donnerstag (20.30 Uhr/live ORF eins, KURIER.at-Liveticker) geht es in Bukarest gegen FCSB um den Einzug in die Europa League. Das glückliche 2:1 am Sonntag gegen Wacker Innsbruck soll als Moralinjektion dienen.

"Man nimmt Selbstvertrauen mit, weil wir gewonnen haben", sagte Goran Djuricin. Es war aber noch lange nicht alles gut an diesem Sonntagnachmittag, das wusste auch der Rapid-Trainer. Einerseits wurden zu viele Torchancen zugelassen, andererseits ging man mit den eigenen zu leichtfertig um. "Es fehlt uns Ruhe und Routine. Das fehlt uns aber nicht jede Woche", meinte Djuricin.

Kapitän Stefan Schwab fand deutliche Worte. Das Ergebnis sei zwar positiv. "Über die Leistung brauchen wir aber nicht diskutieren. Wir haben sehr viel Luft nach oben", meinte der Mittelfeldspieler. "Das war nicht das Gelbe vom Ei." Man habe zu viele Fehler gemacht, sei zu hektisch am Ball. Schwab: "Wir müssen uns jetzt ganz klar fußballerisch steigern, weil die Tugenden bringen wir in den letzten Wochen auf den Platz."

Selbstkritisch

Im Europacup reichte das zum Aufstieg gegen Slovan Bratislava und zu einem 3:1 im Hinspiel gegen Bukarest. In der Liga fehlen Rapid nach fünf Runden aber bereits sieben Zähler auf Spitzenreiter Salzburg. Immerhin brachte der zweite Saisonsieg den Sprung auf Platz fünf. "Diesmal zählt der Sieg, weil wir in der Tabelle ein bisschen etwas aufgeholt haben", meinte Schwab. "Wir sind aber selbstkritisch genug, dass wir wissen, dass so etwas nicht immer gut geht."

Ähnlich sah es Torschütze Deni Alar. "Wir wissen, dass wir schon sehr viele Punkt liegen gelassen haben. Wir haben einfach zeigen müssen, dass wir auch in der Liga unsere Spiele gewinnen können", sagte der Rückkehrer, den Djuricin diesmal als hängende Spitze aufgeboten hatte. Das sei auch für die Zukunft eine Option. "Ich denke, dass er einen sehr guten Zehner abgibt", meinte der Trainer. "Ich sehe ihn auf der Neun und auf der Zehn."

Lob gab es auch für neue Kräfte, die Djuricin in die Mannschaft rotierte - etwa Stefan Auer, Mert Müldür oder Philipp Malicsek, der erstmals seit seiner Rapid-Rückkehr von Beginn an spielen durfte. In Bukarest wird das Trio aber wieder mit der Ersatzbank vorliebnehmen müssen. "Wir werden dort anders auftreten von der Formation und von den Spielern her", erklärte Djuricin. Auch Marvin Potzmann sollte zur Verfügung stehen. Der Außenverteidiger erlitt gegen Innsbruck laut Trainerangaben eine Muskelprellung.

Dem Vertrauen seiner Mannschaft kann sich Djuricin auch im so entscheidenden Europa-League-Qualispiel sicher sein - auch wenn einige Fans nach Spielende neuerlich "Gogo raus"-Rufe lancierten. Djuricin selbst wollte dazu nicht mehr wirklich Stellung beziehen. Offensivmann Veton Berisha äußerte sein Unverständnis über die Fan-Forderungen. Djuricin sei ein guter Trainer. "Wir stehen hinter ihm."

Protest

Für eine ungewöhnliche Aktion sorgten auch die mitgereisten Innsbruck-Anhänger. Viele Fans erschienen erst nach der 30. Minute im Auswärtssektor. Nach dem Zünden eines Böllers verließen sie diesen aber wenige Minuten später wieder - laut Wacker-Angaben aus Protest gegen ihrer Meinung nach unverhältnismäßiges Vorgehen der Polizei und die enorm strengen Zutrittskontrollen.

Sportlich verblieben die Innsbrucker bei drei Zählern und sind nur noch Vorletzte. Laut Djuricin wurde der Aufsteiger bisher unter Wert geschlagen: "Viele Leute sagen, die Tabelle lügt nicht. Aber sie lügt." Wacker-Trainer Karl Daxbacher hofft auf baldige Besserung. Am Samstag geht es zu Hause gegen Hartberg. "Wir müssen die Tore machen", sagte der 65-Jährige. Chancen erspiele sich das Team genug. "Wir hätten natürlich gehofft, dass wir nach fünf Runden mit mehr Punkten dastehen."