Cristiano Ronaldo: "Ich denke, dass ich immer noch ein nützlicher Spieler bin".

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Sport | Fußball
06/10/2019

Ronaldo hat noch lange nicht genug

Der Superstar gewann mit Portugal die erste Nations-League-Auflage, trotzdem musste er sich ärgern.

Cristiano Ronaldo hätte zufrieden sein können. Aber dass Bernardo Silva als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, sorgte bei Portugals Superstar trotz des Nations-League-Gewinns durch einen 1:0-Finalsieg gegen die Niederlande für Unverständnis.

Ronaldo stand neben Silva, als der Stadionsprecher in Porto die Entscheidung verkündete. Und während ein paar Kollegen den Offensivspieler von Manchester City beglückwünschten, quittierte Ronaldo die Auszeichnung mit einem kurzen Kopfschütteln.

Dabei wäre niemand darüber überrascht gewesen, wenn Ronaldo nach dem ersehnten Heimtitel mit Portugal glücklich gewesen wäre. Aber anstatt das Stadion lächelnd zu verlassen, brachte der 34-Jährige sich in Stellung für die erneute Wahl zum besten Spieler der Welt. Dass andere wie Silva an seiner Stelle Preise abräumen, ärgert ihn noch immer.

„Es hat keine einzige Saison gegeben, in der ich schlecht gespielt habe, 16 Jahre, in denen die Zahlen für sich sprechen“, meinte der Juve-Stürmer: „Was kann ich noch mehr tun? Ob ich solche Auszeichnungen verdiene? Das weiß ich nicht, das könnt ihr entscheiden.“

Fünf Mal wurde er bereits als Weltfußballer ausgezeichnet, und neben den ganzen individuellen Preisen steht er nach dem Premierensieg in der Nations League bei jetzt 29 Titeln mit Klubs und Nationalmannschaft. Man könnte sich angesichts seines fortgeschrittenen Alters also fragen: Was will dieser Ronaldo eigentlich noch?

Auf dem Platz ist Portugals Kapitän zwar gelassener geworden, er regt sich nicht wie früher über individuelle Fehler seiner Mitspieler auf. Extrem ehrgeizig ist er aber noch immer. Ronaldo sei ein „Fußball-Genie“, meinte Portugals Teamchef Fernando Santos jüngst. „Drei bis vier Jahre“ gebe er ihm noch auf höchstem Niveau in der Seleção. Nicht nur die Szenen nach dem Finale demonstrierten, dass Ronaldo das offenbar ganz ähnlich sieht.

Anders als früher nimmt er zwar nicht mehr die alles prägende Rolle in Portugals Team ein. Dass er aber immer noch Spiele wie aus dem Nichts entscheiden kann, bewies er mit seinen drei Toren beim 3:1-Halbfinalsieg gegen die Schweiz.

„Ich denke, dass ich immer noch ein nützlicher Spieler bin. Ich fühle mich motiviert und spiele gerne für meine Heimat“, sagte er. Bei allen Titeln, die er schon gewonnen hat, fehlt eigentlich nur noch einer: Weltmeister. Beim WM-Turnier 2022 in Katar wäre Ronaldo 37.