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Fußball
08/26/2013

Grödigs "Village People" als Bundesliga-Hit

Der freche Aufsteiger sorgt in der höchsten Spielklasse für Furore.

Wenige Minuten nach dem 1:0 des SV Grödig am Sonntag gegen Rapid ertönte in der Gästekabine des Hanappi-Stadions ein Lied, das zur ständigen Begleitmusik dieser Bundesliga-Saison werden könnte. Zu den Klängen von "Y.M.C.A" der "Village People" zelebrierten die Salzburger ihren Triumph, der nicht nur ein Sieg des Aufsteigers über den Rekordmeister, sondern auch ein Sieg der Provinz über die Hauptstadt war.

Seit Sturm Graz die Grödiger vor vier Wochen als "Village People" ankündigte - und danach prompt das Heimspiel gegen den Klub aus der 7.000-Einwohner-Gemeinde verlor - wird der 1978er-Hit nach jedem Sieg in der Grödig-Kabine gespielt. Nimmt man die Leistung gegen Rapid als Maßstab, könnte der Song in dieser Saison beinahe in Dauerrotation laufen: Der Erfolg des mit frechen Pressing agierenden Außenseiters war alles andere als unverdient.

Dem sportlichen Leiter Christian Haas war die Genugtuung deutlich anzumerken, schließlich hatten die Berichte über den provinziellen Hintergrund des "Dorfklubs" am Selbstwertgefühl genagt. "Am Anfang war das schon ärgerlich, weil wir gut arbeiten. Und wir können nichts dafür, dass Vereine wie der GAK oder der LASK nicht in der Bundesliga sind", sagte der 36-Jährige.

Ob der Erfolgslauf des Tabellenzweiten auf die Stärke von Grödig oder die Schwäche der Bundesliga zurückzuführen ist, wollte Haas nicht beurteilen. "Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte", vermutete der Salzburger nach dem Sieg gegen die Hütteldorfer, die über ein fünfmal höheres Budget als der Bundesliga-Newcomer verfügen.

"Nur zwei Klubs sind besser als wir"

Auf den sportlichen Bereich hat der finanzielle Rückstand derzeit keine Auswirkungen. "Wir können jede Mannschaft schlagen. Nur zwei Klubs sind besser als wir: Salzburg und Austria", erklärte Haas. Trotz aller Euphorie blieb der sportliche Leiter aber auch bescheiden. "Unser Ziel ist nach wie vor, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Es kann am Ende Platz vier rausschauen, aber genauso Platz acht."

Auch Trainer Adi Hütter war um eine realistische Sicht der Dinge bemüht. "Wir lassen schon die Kirche im Dorf. Wir wissen, in welchen Bereichen wir uns bewegen. Die Saison ist noch lange." Den Auswärtssieg beim ersten Antreten der Grödiger gegen Rapid bezeichnete der frühere Teamspieler als "unglaublich" und "außergewöhnlich". "Aber in einigen Situationen haben wir auch Glück gehabt", gab der 42-Jährige zu.

Damit spielte Hütter unter anderem auf die Entstehung des Gold-Tores an, bei dem Maximilian Karner die Hand zu Hilfe nahm. "Natürlich ist ein bisschen ein schlechtes Gewissen dabei, aber das Handspiel war keine Absicht, der Ball ist mir blöd raufgesprungen", betonte der Innenverteidiger, der nur wegen der Sperre von Dominique Taboga zum Einsatz gekommen war.

Während Schiedsrichter Manuel Schüttengruber auch nach dem Match von einem korrekten Tor sprach, war Rapids Sportdirektor Helmut Schulte konträrer Ansicht. "Die Grödiger haben gut gespielt, doch wir haben durch einen irregulären Treffer verloren", meinte der Deutsche.

Bilder vom Bundesliga-Wochenende

FUSSBALL-BUNDESLIGA:FC RED BULL SALZBURG - FC ADMI

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FUSSBALL TIPP3-BUNDESLIGA: SK RAPID WIEN - SV SCHO

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FUSSBALL BUNDESLIGA: SV JOSKO RIED - SK STURM GRAZ

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SV Josko Ried - SK Puntigamer Sturm Graz

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Fussball

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FUSSBALL BUNDESLIGA: WAC - AUSTRIA WIEN

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Fussball; Wiener Neustadt

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FUSSBALL TIPP3-BUNDESLIGA: SC WIENER NEUSTADT - FC

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Torkrise

Rapid-Trainer Zoran Barisic wollte das umstrittene Tor nicht als Ausrede gelten lassen. "Der Schiedsrichter hat eben so entschieden. Wir hatten noch genug Chancen auf ein Tor." 15 Schüsse verzeichnete Rapid laut offizieller Spielstatistik, nur drei davon gingen aufs Tor. "Das sagt alles darüber aus, warum wir kein Tor geschossen haben", sagte Barisic nach dem dritten Liga-Match in Folge ohne Treffer und sprach von "mangelnder Effizienz".

In Panik werde man deswegen aber nicht verfallen. "Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben, doch es hat eben das Glück gefehlt. Ich habe schon vor der Saison damit gerechnet, dass Schwankungen kommen werden, was die Leistung und die Resultate betrifft", meinte der Wiener.

Sein Klub fiel an die fünfte Stelle zurück und liegt schon sechs Punkte hinter dem Tabellenführer Red Bull Salzburg, der am Sonntag auswärts der Gegner ist. Davor steht noch das Play-off-Rückspiel in der Europa League gegen Dila Gori in Tiflis an, wo es einen 1:0-Vorsprung zu verteidigen gilt. In diesem Match kann Barisic womöglich wieder auf Terrence Boyd zählen. Der Mittelstürmer stieg trotz einer noch nicht ganz ausgeheilten Schulterblessur am Montag wieder ins Mannschaftstraining ein.

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