Der Knackpunkt: Patrick Seeger fiel, Mario Sonnleitner (re.) beschwor seine Unschuld.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Bundesliga
11/03/2014

Pech in Serie für Rapid im "Ländle"

Beim 2:0-Sieg Altachs lief fast alles gegen die Wiener, mit denen der gegnerische Coach Mitleid hatte.

Der SCR Altach hat auch das zweite Saisonduell in der Bundesliga gegen Rapid gewonnen. In der Cashpoint-Arena lief beim 2:0-Sieg am Sonntag aber auch fast alles gegen die Grün-Weißen. Mario Sonnleitner sah in der zweiten Minute Rot, was bei den Hütteldorfern niemand verstand, später geriet Rapid durch einen "Sonntagsschuss" in Rückstand. Im Finish traf Florian Kainz noch die Stange.

"Das Spiel lief für uns unglücklich von Beginn an bis zum Ende", fasste Rapid-Trainer Zoran Barisic den rabenschwarzen Tag in Vorarlberg zusammen. Dabei hatte es nach der Roten Karte zunächst gut für sein Team ausgesehen. Rapid bestimmte vor 7.372 Zuschauern auch in Unterzahl das Geschehen, spielte engagiert nach vorne und hatte deutlich mehr Ballbesitz. Es mangelte einzig an der Durchschlagskraft im Angriff.

"Man hat in jeder Phase gesehen, dass die Mannschaft das Spiel unbedingt drehen wollte. Ich hätte es ihr so sehr gegönnt", haderte Barisic mit der Niederlage. Bei der schönsten Rapid-Aktion fehlten nur wenige Zentimeter zum 1:1-Ausgleich: Kainz ging in der 87. Minute mit einem Volley volles Risiko, traf aber nur den Pfosten. In Gegenzug machte Joker Ismael Tajouri mit seinem ersten Ligatreffer via Innenstange alles klar (88.) - fast symptomatisch für die Partie. Denn wenn Rapid an diesem Nachmittag kein Glück hatte, kam auch noch Pech dazu.

Schlüsselszene

Die Schlüsselszene des Spiels war aber der Ausschluss von Sonnleitner nach weniger als 100 Sekunden. Patrick Seeger stürmte auf den Rapid-Innenverteidiger zu, der sein Bein stehen ließ. Der Vorarlberger legte sich den Ball einige Meter vor und ging nach einem nicht überharten Kontakt zu Boden, danach erfolgte der Foulpfiff von Schiedsrichter Dieter Muckenhammer. Er sah Sonnleitner als letzten Mann und zückte folgerichtig Rot.

Nicht nur der Rapid-Abwehrchef meinte nachher, dass Seeger den Kontakt regelrecht gesucht habe. "Das war für mich nie und nimmer eine Rote Karte", stellte Barisic klar. "Wo soll er hin, der Sonni?", fragte Steffen Hofmann. Zudem stand sein Namensvetter Maximilian Hofmann noch etwas hinter Sonnleitner und hätte den Altacher wohl noch erreichen können. Auch Seeger selbst war über den Pfiff überrascht. "Eine Schwalbe war es aber nicht", sagte er.

Mitleid

Altach-Coach Damir Canadi hatte durchaus Mitleid mit den Wienern, sah zugleich aber die viel zitierte ausgleichende Gerechtigkeit am Werk. "Wir hatten bei Sturm (in der 10. Runde; Anm.) eine Rote Karte, die für mich keine war, gegen den WAC hat letzte Woche Prokopic Gelb-Rot gesehen. Wir müssen das so akzeptieren, wir Trainer. Einmal fällt die Entscheidung für uns, einmal gegen uns."

Die Altacher 1:0-Führung war der zweite Nackenschlag für die Gäste. Wie aus dem Nichts schlug der Ball in der 25. Minute plötzlich mit voller Wucht unterhalb des linken Kreuzecks ein. Felix Roth hatte aus rund 30 Metern "einen Sonntagsschuss" losgelassen, wie Rapid-Kapitän Hofmann befand. Zur Möglichkeit gekommen war der Deutsche nur, weil Srdjan Grahovac ihm den Ball zuvor unverhofft vor die Füße gespitzelt hatte.

In der Folge lieferte Altach eine taktisch einwandfreie Partie ab. Die Ländle-Truppe überließ Rapid weitgehend die Kontrolle, stand vor dem eigenen Sechzehner aber - von den letzten zehn Minuten vielleicht abgesehen - bombensicher. Eventuell hätte seine Mannschaft bei den gelegentlichen Kontern früher für die Entscheidung sorgen können, meinte Canadi.

Serie

Altach ist inzwischen seit acht Spielen unbesiegt, inklusive Cup sind es sogar zehn. Die Tatsache, dass man heuer gegen Rapid eine weiße Weste hat, beflügelt das eigene Selbstvertrauen zusätzlich. Das erste Aufeinandertreffen im Ernst-Happel-Stadion hatten die Vorarlberger am 16. August durch ein Tor von Louis Ngwat-Mahop 1:0 gewonnen.

Der Rekordmeister ist damit seit zehn Spielen (vier Remis/sechs Niederlagen) gegen den jeweils aktuellen Aufsteiger ohne vollen Erfolg. Den letzten Sieg gab es am 31. März 2012 mit einem 4:0 gegen Admira Wacker in der Südstadt.

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